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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Chaotisches Spielzeug im besten Alter

15.08.2019

Emeryville Cowboy Woody und der Plastikastronaut Buzz Lightyear sind fast 25 Jahre alt – und das sieht man den leicht abgewetzten Spielzeug-Helden auch an. Mit „Toy Story“ bastelte die kalifornische Trickschmiede Pixar 1995 den ersten Spielfilm, komplett am Computer erzeugt. Technisch bahnbrechend und auch emotional ein Hit. Wer ahnte schon, dass sich Millionen Zuschauer in aller Welt für Spielzeuge mit Herz und Gefühlen begeistern würden?

Der altmodische Holz-Cowboy Woody, Kraftprotz Buzz und ihre vielen Spielzeugfreunde haben es nach zig Bewährungsproben aus dem Kinderzimmer des jetzt erwachsenen Andy zur kleinen Bonnie geschafft. Doch ist nach „Toy Story 3“ vor zehn Jahren wirklich noch ein weiteres Abenteuer nötig? Und gehen den Pixar-Animatoren nicht irgendwann die Ideen aus? Die Sorgen sind unberechtigt: Nur der deutsche Titel „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ ist seltsam sperrig, ansonsten ist „Toy Story 4“ mit Pixars gewohnter Liebe zum Detail wunderbare Unterhaltung.

Mit Forky mischt eine völlig neue Figur das Spielzeugleben rührend auf: Im Kindergarten hat Bonnie nämlich eine Plastikgabel aus dem Abfall gefischt. Arme aus Pfeifenputzern, schräg aufgeklebte Augen – schon hat sie ein neues Lieblingsspielzeug, das sich selbst allerdings als Trash versteht und gern in Mülleimern verschwinden möchte.

Die Figur Bo Peep ist dagegen nicht ganz neu, doch in den ersten beiden „Toy Story“-Filmen hatte die Schäferin mit blonden Haaren und langem Rock als Porzellan-Lampe nur eine Nebenrolle. Nun greift sie umso beherzter ins Geschehen ein.

Tanja Krampfert aus dem badischen Muggensturm hat Porzellinchen mit geformt. Als Riggerin und technische Leiterin in der „Charakter“-Abteilung modelliert sie Figuren am Computer. „Sie ist taffer geworden und geht ihren eigenen Weg“, sagt Krampfert. „Ich hoffe, dass sich viele Frauen mit Bo Peep identifizieren werden“.

Der verliebte Cowboy Woody hat mit der Action-Prinzessin schon wesentlich mehr Probleme – ihre Unabhängigkeit macht ihm Angst. Wird sie es am Ende schaffen, sein Leben völlig umzukrempeln?

Mehr als 10 000 Gegenstände haben die Pixar-Animatoren in den dunklen Antiquitätenladen hineingezaubert. Fast zwei Jahre hätten sie an dieser digitalen Kulisse gearbeitet, sagt ein Pixar-Animator. Das sieht man dem Film auch an.

Für Woody steht einiges auf dem Spiel, und das könnte noch nicht das letzte Wort sein. Wird es vielleicht auch noch „Toy Story 5“ geben?

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