EMSTEK - Die Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum” lädt am Sonnabend, 28. Juni, um 11 Uhr zu ihrem „Gogerichtstag auf dem Desum“ in Emstek ein. In historischen Kostümen und unter Vorsitz des Gografen, Pfarrer em. Josef Saalfeld aus Löningen, werden geschichtlich belegte und aktuelle Fälle von „Gerichtspflichtigen“ beraten und entschieden. Den musikalischen Rahmen gestalten Emsteker und Cappelner Jagdhornbläser.
Durch Steinsetzungen in den Jahren 1992 bis 2000 haben Heimatfreunde aus umliegenden Ortschaften, Gemeinden und Städten, die zum ehemaligen Bereich des Gogerichts gehören, ihre neue Verbundenheit zum Gogericht auf dem Desum bekundet. 1992 hatten Heimatfreunde aus Löningen für den Hasegau mit der ersten Aktion den „Grundstein“ gelegt.
Die Patenschaft für den Gogerichtstag wird in diesem Jahr vom Heimatverein Löningen übernommen, der auch den historischen Fall aufbereitet hat. Hierbei handelt es sich um die Klage der Eingesessenen des Kirchspiels Löningen gegen die Eingesessenen der Bauernschaft Wachtum wegen verweigerter Reparatur und Unterhaltung des Wachtumer Dammes in den Jahren 1771 bis 1777. Darsteller der Theatergruppen aus Wachtum und Evenkamp sind seit Wochen mit Begeisterung dabei, diesen historisch überlieferten Fall lebendig in Szene setzen. Der Einzug der Aktiven aus Löningen wird angeführt durch eine Abordnung des Schützenvereins.
Nach Abschluss der Veranstaltung ist für Essen und Trinken und viele interessante Gesprächspartner gesorgt – getreu dem Motto: „Der Desum – ein Ort lebendiger Begegnung mit Traditionspflege, der Entwicklung von Geschichtsbewusstsein und Stiftung von Südoldenburger Identität”. „Nur schwerstes Siechtum und Tod entschuldigen ein Fernbleiben von der Gerichtsverhandlung“, so die abschließende Warnung der Interessengemeinschaft.
