Oldenburg - „Es liegt Abschiedsstimmung in der Luft.“ Eine Besucherin brachte es am Sonnabend auf den Punkt, was wohl viele an diesem Abend empfanden. Die 20. Oldenburger Promenade ging am Sonnabend mit einem ausgewählten Konzertreigen erneut glanzvoll zu Ende. Aber in den Pausen war, neben Bedauern und Wehmut, auch schon Neugier und Vorfreude auf das Neue zu spüren.
„Es ist schade, dass die Veranstalter die Promenade nicht mehr finanzieren können“, sagte eine Zuhörerin. „Ein solches Angebot mit tollen Konzerten, vielen interessanten Begegnungen und einem tollen Rahmen gibt es sonst nirgends in der Stadt.“ Nach ihrer Einschätzung wären viele Besucher bereit, für den Eintritt noch tiefer in die Tasche zu greifen. „Konzerte wie ,Classic meets pop’ sind teurer“, sagte die Zuhörerin.
„Nicht mehr der Glanz“
Eine andere Besucherin meinte, die Promenade könne nach ihrer Einschätzung nicht mehr ganz an den Glanz der ersten Jahre anknüpfen. „Mir scheint, der Enthusiasmus, den es am Anfang gab, hat jetzt etwas nachgelassen.“
Ein weiterer Besucher spricht die freien Plätze in den Zuschauerreihen an. „Sind das Sponsoren-Kontingente, die nicht genutzt wurden, oder war die Nachfrage nicht so riesig?“
Die Veranstalter sind mit dem Kartenverkauf sehr zufrieden. In diesem Jahr seien fast alle Promenaden ausverkauft. „Die Nachfrage war sehr gut. Es gab Konzerte, für die hätten wir 30 Karten mehr verkaufen können“, berichten Patricia Baasch und Stephanie Meißner vom Organisationsteam. „Trotzdem waren einzelne Plätze frei. Da sind die Leute nicht gekommen.“
Das Programm hat in diesem Jahr nach ihrer Einschätzung den Geschmack des Publikums besonders gut getroffen. „Das ist ein wichtiger Punkt für den Kartenvorverkauf.“ Es gebe aber auch Besucher, die vor allem auf den Veranstaltungsort achten. „Die gehen eigentlich immer an einen bestimmten Ort, weil der ihnen so gut gefällt – unabhängig vom Programm, das in diesem Jahr dort läuft.“
Caterer eingesprungen
Für unerwartete Probleme hatte ein Teilausfall beim Catering gesorgt. Wenige Tage vor der Promenade mussten die Organisatoren noch Gastronomen gewinnen. Für die Besucher lief die kulinarische Versorgung an den Konzertabenden trotz des kurzfristigen Wechsels jedoch in gewohnten Bahnen. Bereits in diesem Jahr waren die Konsequenzen der schwierigen finanziellen Lage zu spüren. Anders als in der Vergangenheit enthielt das Programm keine eigene Kinderpromenade am Sonntag. Auch das Eröffnungskonzert und die Jazz-Veranstaltung in Bad Zwischenahn waren entfallen. Für nächstes Jahr hatten weitere Sponsoren keine Zusage mehr gegeben.
Mit Ankündigungen zu Projekten in der Nachfolge der Promenade hielten sich die Veranstalter zurück. Ein Flyer auf den Stühlen wies aber bereits auf einen „Internationalen Musikwettbewerb für die Jugend“ im Juni 2017 hin.
Die „Gesellschaft der Freunde der Kammermusik in Oldenburg e.V.“, Veranstalterin der Promenade, hat sich umbenannt in „Klassikfreunde Oldenburg e.V.“ und stellt das Programm 2017 unter den Titel „Neue Zeiten, junges Glück“, erfuhren die Besucher in der Ankündigung.
Elena Nogaeva, Ideengeberin und Motor der Promenade, hat, wie sie berichtete, an beiden Abenden viele frohe Menschen gesehen. „Es sollte keine Abschiedsveranstaltung werden – denn es geht weiter.“
