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Kino Endlich das Leben leben

Reinhard Tschapke

Berlin - Wir melden Widerspruch an. So sind die Männer nicht! So unentschieden, so leichtfertig, so schwer von Begriff, so suchend. Und sang nicht schon Herr Grönemeyer völlig richtig davon, wie schwer es Männer haben? Keiner versteht uns.

„Die Wahrheit über Männer“ verspricht dagegen dieser dänische Spielfilm. Das ist eine glatte Lüge. Gewiss, der am Donnerstag anlaufende Spielfilm von Nikolaj Arcel erzählt von einem Mann. Aber das ist eher ein Männlein.

Trauriger Kerl

Mads ist Anfang Dreißig. Er schreibt Drehbücher, lebt mit einer tollen Frau zusammen und ist kreuzunglücklich. Seine Drehbücher fürs Fernsehen langweilen ihn, die Freundin ist nicht mehr sein Typ, das Leben läuft irgendwie falsch. Also guckt Mads-Darsteller Thure Lindhardt wie eine Schlaftablette in sein durchgestyltes Heim, das er gleich verlassen wird. Endlich die wilden Träume leben! Raus aus dem Job, laute Musik, hübsche Mädels, Glück muss her.

Dumm ist nur : Wie sieht Glück aus? Mads süppelt, denkt über verrückte Drehbücher nach, baggert die Damen gründlich an und ist immer noch schwer depressiv. Das Glück scheint immer dort zu sein, wo der arme Kerl gerade nicht ist. Romantisch? Von wegen. Eher tragikomisch. Bis zum Ende der überraschungsreichen skandinavischen Komödie ist der Typ, dies gilt es fairerweise zuzugeben, tatsächlich leichtfertig, suchend, unfertig. Ein Baby von über einem Zentner.

Schuld haben natürlich die Frauen. Warum ist die Freundin nicht so, wie Mads sie sich gern schnitzen würde? Warum haut die neue – zugegeben: etwas junge – Freundin einfach nach Berlin ab?

Sie ist ähnlich wie er – will immer nur weg. Und warum wird Mads, der wie ein maskuliner Waschlappen wirkt, von den Frauen nicht einfach ausgewrungen?

Frei nach Woody Allen

Schauspieler Thure Lindhardt blickt immer wieder herrlich verträumt oder entrück in die Kamera. So ungefähr wie Woody Allen, so linkisch wie Woody Allen, so verloren wie Woody Allen. Aber sonst, sonst ist dieser Spielfilm mit herrlichen Dialogen ausgestattet und durchaus ein eigenständiges Kunstwerk: feinfühlig, ohne kitschig zu sein, abwechslungsreich, ohne beliebig zu wirken. Ein kleiner großer Film, der noch den einen oder anderen Preis einheimsen könnte.

Indes, es bleibt das erbärmliche Männerbild des Films. Wo bleibt die Männerbeauftragte?

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