Wildeshausen - Den Namen findet er spannend, die Stadt kennt er nur vom Vorbeifahren auf der Autobahn, aber das wird sich bald ändern: Am Freitag, 11. September, tritt Stefan Gwildis in Wildeshausen auf. Beim mehrtägigen Event „Genuss am Fluss“ gehört dem Star aus Hamburg am Eröffnungsabend ab 19 Uhr die Bühne vor dem „Alten Amtshaus“. Einlass ist bereits ab 16 Uhr.

Zusammen mit Tobi Neumann am Piano, Achim Rafain am Bass und Martin Langer am Schlagzeug, allesamt alte Weggefährten, verspricht Gwildis seinen Fans und allen, die es noch werden wollen, ein „sehr intimes, transparentes und klares Konzert“. „Wir werden eine schöne Auswahl aus all meinen Alben präsentieren, inklusive Songs aus dem elften Album, an dem wir gerade arbeiten“, so Gwildis im Gespräch mit der NWZ .

Das neueste Werk „Alles dreht sich“, zu dem es nächstes Frühjahr auch eine Tour gibt, werde „tierisch, ein echter Kracher“. „Der Akzent liegt auf souligen und jazzigen Elementen, aber auch südamerikanische Themen kommen vor“, schwärmt Gwildis, der neben der Musik viel Wert auf „einen tollen Umgang mit Sprache“ legt.

Darauf angelegt, groß rauszukommen, hat Gwildis es hingegen nie. „Ich habe viel Spaß an den verschiedensten Projekten, trete alleine, mit Trio, Band oder sogar Bigband auf, bin frei und möchte es auch bleiben“, betont er. Demgemäß beneidet der überzeugte Hamburger die „Leute in der Champions League“ nicht, die immer das gleiche Programm abspulen und irgendwelchen Erwartungen entsprechen müssten.

Seine Bescheidenheit hat ihm auch geholfen, (wirtschaftlich) schwierige Zeiten zu meistern. Hinzu kommt der ihm eigene Humor, bei dem Eltern und Großeltern sein Vorbild sind. „Bei mir zuhause an der Wand hängt das Telegramm meines Großvaters, der kurz vor seiner Rückkehr aus der russischen Kriegsgefangenschaft mal eben mitteilte: ,Hausfreund fortschicken. Komme selbst. Dein Friedrich.’“

Gwildis wollte „immer was mit Musik machen, aber nicht davon leben müssen“. Aus vielem hält er sich deshalb raus, sagt zum Beispiel Galas für Firmen nach wie vor ab. „Ich bin wie ein alter Strandgutsammler, ziehe durchs Leben und packe Zufälligkeiten beim Schopf“, sinniert der Vollblutkünstler. Geschenke, die auf seinem Weg liegen, werden auch ausgepackt. Die Wildeshauser dürfen somit gespannt sein, welche Geschenke Stefan Gwildis am 11. September für sie bereit hält.