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Ortsbürgerverein „Engagement wächst nicht mit“

Claus Stölting

Metjendorf/Heidkamp/Ofenerfeld - Ein wenig frustrierend sei es schon, den Verein bezüglich eines Nachfolgers „unversorgt“ zu lassen, dennoch: Die Tätigkeit im Beruf werde komplexer, die Familie fordere ihre Zeit – und jünger werde er auch nicht, sagt Theo Gerdes (60). Bereits vor einem Jahr hatte er angekündigt, 2015 aufhören zu wollen als Vorsitzender des Ortsbürgervereins Metjendorf-Heidkamp-Ofenerfeld. An diesem Mittwoch wird er bei der Hauptversammlung in Köhnckes Hotel in Metjendorf nach 16 Jahren im Amt abtreten. Und da sich trotz intensiver Suche kein Nachfolger gefunden hat, wird Stellvertreter Hajo Kraß die Geschäfte kommissarisch weiterführen.

Es werde immer schwieriger, Leute zu finden, die Verantwortung im Verein übernehmen wollen, weiß Gerdes. Die Randlage zur Stadt Oldenburg lasse die Ortsteile und die örtliche Infrastruktur zwar stetig wachsen; der Verein jedoch und die Bereitschaft der vielfach nach Oldenburg orientierten Einwohner, sich im Verein zu engagieren, wachse nicht adäquat mit, weiß Gerdes um ein grundsätzliches Problem.

Seit 1999 Vorsitzender

Er selbst war 1988 nach Metjendorf gezogen und zunächst keinem örtlichen Verein beigetreten – bis 1998 die Gemeinde den Zuschuss für die VWG für Busfahrten von Oldenburg nach Ofenerfeld kürzen wollte. „Da wurden Protestschreiben an die Gemeinde verfasst, weil die VWG Ofenerfeld nicht mehr anfahren wollte. Im Heinrich-Kunst-Haus wurde eine Infoveranstaltung organisiert. Auch der Ortsbürgerverein stellte sich auf die Seite der Bürger“, erinnert sich der Metjendorfer. Letztlich wurde der Zuschuss weiter gezahlt. Ein Jahr später war Theo Gerdes Mitglied – und Vorsitzender des Ortsbürgervereins.

Gern erinnert er sich an Ereignisse wie die Eröffnung des Metjendorfer Marktplatzes (2001), die auch den Beginn einer „absolut guten Zusammenarbeit der örtlichen Vereine“ bis heute markierte. Oder den ersten Nikolausmarkt, der 2002 auf die Beine gestellt wurde, um einem kränkelnden Wochenmarkt und dem Marktplatz selbst mehr Leben einzuhauchen. Der Wochenmarkt starb 2003 trotzdem, „den Nikolausmarkt gibt es bis heute“, freut sich Gerdes, der zudem an die Neugestaltung der Denkmalanlage am Elisabethstein in Heidkamp (2005) und das 50-jährige Bestehen des Vereins (2007) erinnert. Zu diesem Anlass hatten Ortsbürgerverein und Verein Begegnungsstätte Heinrich Kunst das von Wilfried Harms verfasste Buch „Metjendorf und umzu – eine Bauerschaft im Wandel“ herausgegeben. Auch die Einweihung des Verkehrskreisels an der Ofenerfelder Straße (2009) und des „Ole Karkpadd“, der wieder hergestellten Verbindung zwischen Metjendorf und Ofen über den Fliegerhorst (2012), bleiben ihm in schöner Erinnerung.

Treue zum Verein

Dem Verein wird Theo Gerdes treu bleiben – auch als Sprecher im Kreis der Trägervereine des Heinrich-Kunst-Hauses, zu dem er seit 1999 eh eine besondere Beziehung hat. Damals war dort erstmals die August-Hinrichs-Bühne zu Gast – mit einem plattdeutschen Stück über den Bockhorner Franz Fritsch, der im Zweiten Weltkrieg wie Oskar Schindler hunderte Juden gerettet hatte.

Beitritt zur Bühne

„Ich bin mit dem Plattdeutschen aufgewachsen, dachte aber immer, auf plattdeutsch würde nur Bauerntheater gespielt“, begründet Gerdes, warum er, nachdem er das Stück gesehen hatte, 1999 der August-Hinrichs-Bühne beitrat und seitdem gerade im Heinrich-Kunst-Haus dem Plattdeutschen treu geblieben ist – als Produktionsleiter des Platt’n Studios 18+, mit Kaminabenden oder Auftritten mit Tammo Poppinga. All dies will Gerdes weiter pflegen – und sich künftig dennoch auch mal Zeit für Bücher nehmen, die nicht in plattdeutscher Sprache verfasst sind.

Die Zusammenarbeit mit den Vorstandskollegen im aktuell 335 Mitglieder zählenden Ortsbürgerverein sei stets einvernehmlich gewesen, erklärt Gerdes noch – ein Faktor, der ihm den Spaß an seiner Tätigkeit immer erhalten hatte.

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