Hatten/Bhutan - Kinder, die nicht zur Schule gehen können, weil ihre Eltern kein Geld für eine Bücher und eine Schuluniform haben; Gesundheitsprobleme, weil selbst der Kauf von Obst auf dem Land unbezahlbar ist. Die Menschen in Bhutan, einem Staat östlich von Nepal im Himalaya-Gebirge, etwa so groß wie die Schweiz und zu 75 Prozent mit Wäldern bedeckt, leiden unter großer Armut. Rund 32 Prozent der auf 700 000 Menschen geschätzten Gesamtbevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.
Zwölf Patenkinder
Der Förderverein für das unabhängige Königreich Bhutan, der 2011 vom buddhistischen Lehrer Khenpo P. Yeshi und Mitstreitern aus der Gemeinde Hatten gegründet wurde, tut etwas dagegen – und zwar mit Erfolg. 2013 hat der als gemeinnützig anerkannte Verein insgesamt 36 000 Euro nach Bhutan überwiesen. Mit Hilfe des bhutanischen Partners, der Menjong Foundation, erreichen die Spender aus Deutschland unmittelbar die Bedürftigen. „Wir erledigen alles ehrenamtlich, damit kein gespendeter Cent vorher verbraucht wird“, betont der 1. Vorsitzende Khenpo P. Yeshi.
Eines der Projekte kümmert sich um die nächste Generation: Zwölf Patenkinder werden mit monatlich maximal 25 Euro unterstützt, damit sie zur Schule und neben der Landessprache, Englisch, Rechnen, Lesen und Schreiben lernen. Langfristig ist damit viel mehr Menschen geholfen. „Jeder, der die Schule in Bhutan erfolgreich beendet, kann später seine ganze Familie ernähren“, sagt Yeshi.
Mit mehreren Projekten wird seit 2013 das Dorf Chendebji gezielt weiterentwickelt. Die Dorfbewohner haben Hilfe beim Bau einer Wasserleitung bekommen, damit frisches Wasser nicht erst nach mühsamen Wanderungen zur einzigen Quelle in der Umgebung zur Verfügung steht. Wasser ist auch für die neuen Obstgärten wichtig. Jeder der 35 Haushalte hat zwei Apfel- und einen Pfirsichbaum erhalten. Ein Schulgarten verbessert darüber hinaus die Ernährungssituation für die junge Generation. Weil in Chendebji die einzige Grundschule im weiten Umfeld steht, haben manche Kinder einen zweistündigen Schulweg. Die Mahlzeit in der Schule ist oft die einzige an einem Tag.
10 000 Euro dank Bingo
Ohne einen 10 000 Euro-Zuschuss der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung wäre vor allem der Kauf des allerersten Transportwagens für die Dorfgemeinschaft nicht denkbar gewesen, der Personen und Waren befördern soll und die Plastikmüllentsorgung unterstützt.
Khenpo P. Yeshi besucht mindestens einmal im Jahr seine alte Heimat. Er schilderte bewegende Szenen beim Verteilen der spendenfinanzierten Schuluniformen und Bücher Mitte Februar. „Die Eltern haben geweint vor Freude. Es war auch für uns ein bewegender Moment.“
