Wildeshausen - Vor etwa vier Jahren präsentierte Philine Rose unter dem Titel „Zeichnungen & Aquarelle“ in der Galerie Wildeshausen 75 Arbeiten in Kohle, Bleistift, Feder oder Aquarell. Seit Freitagabend sind erneut Werke der früheren Wildeshauser Gymnasiastin in der Galerie von Hartmut Berlinicke an der Harpstedter Straße 23 zu sehen. Neu sind Akte und Arbeiten in Acryl.
„Ich bin heute mit Stolz hierhergekommen, um als ehemaliger Kunsterzieher von Philine Rose in die Ausstellung einführen zu dürfen“, erklärte Carsten Bruhns.
Nach der Ausbildung zur Instrumentenbauerin (1999 bis 2001) in Leeds (Großbritannien) habe Philine Rose ihren ehemaligen Lehrer gebeten, eine Bewerbungsmappe für ein Architekturstudium zu beurteilen, schilderte Bruns weiter. 2006 schloss sie ihr Architekturstudium in Aachen ab. Seit 2007 ist sie wissenschaftliche Mitarbeitin am Lehrstuhl Gestaltung und Darstellung der TU München.
Roses Stadtlandschaften sind durch diesen beruflichen Werdegang stark beeinflusst. Stadtpanoramen, Hausansichten, urbane Räume und Motive aus den Italien-Aufenthalten zeigen die Arbeiten der Wahlmünchnerin, die nicht zur Ausstellungseröffnung kommen konnte. „Linear-perspektivisch in die Tiefe führend, Räume schaffend, Prioritäten herausarbeitend, Leerräume, aber auch erlebte Räume, lassen ein Verstehen nach intensivem Betrachten entstehen“, so Bruhns. Ob Lissabon oder Venedig, auffallend sei die enorme Sicherheit in der Perspektive. Es würden sich keinerlei Retuschen entdecken lassen. Der Strich dürfe sichtbar bleiben.
„Am schönsten ist die Ausstellung, wenn sonst kaum jemand hier ist. Es macht einfach Spaß, die Werke in ihrer Gesamtheit anzusehen und nachzuempfinden“, meinte Berlinicke.
Im Laufe der Jahre eignete sich Philine Rose eine unglaubliche Erfahrung durch das Erstellen zahlloser Skizzenblätter an. Ihre Technik besteht aus dem Abstrahieren, den suchenden Linien als Stilmittel wie zum Beispiel in den Stadtansichten und Akten. Letztere sind nicht vordergründig, sondern eher sinnliche und sachliche Studienobjekte, wie Figuren in einem Raum. Aber auch die schnellen Technikmittel wie Tusche, Kreide und Kohle liegen Philine Rose sichtbar in den Händen. „Ausdruck dessen ist die spürbare Lust am Zeichnen und Gestalten“, erklärte Bruhns. Das alles zu erschwinglichen Preisen. „Kleiner als der Betrag für eine Tankfüllung oder ein Besuch beim Damenfriseur, dafür aber länger haltend.“
