Dötlingen - Der Vorsitzende des Dötlinger Gartenkultour-Vereins, Olaf Schachtschneider, war sichtlich gut gelaunt: „Es läuft rund, ich bin feinst zufrieden“, so sein Fazit des dritten Aktionstages am Infostand der Gästeführer am Sonnabendnachmittag. Hinter ihm war der Parkplatz Zur Loh bestens gefüllt, vor ihm waren Radfahrer und Fußgänger in großer Zahl am Rittrumer Kirchweg unterwegs.
Alles geschah in einer sehr entspannten Atmosphäre bei herrlichem Herbstwetter und weit entfernt von früheren Aktionstagen, an denen Autos zeitweise den Rittrumer Kirchweg verstopften und Einwohner und Gäste gleichermaßen genervt waren.
Der Ausweichparkplatz Zur Loh in Kombination mit dem hohen Anteil an Radfahrern und der Verteilung der Angebote auf viele Orte machten den Aktionstag im Dorf zum unbeschwerten Feiertags-Vergnügen – ohne Verkehrsprobleme. „Für mich ist es von den drei Aktionstagen 2015 der schönste. Alles sind gut drauf“, so Schachtschneider. „Wir haben mehr Besucher als sonst am 3. Oktober“, meinte er mit Blick auf die starke Konkurrenz anderer attraktiver Veranstaltungen.
Die gute Stimmung: Beim Rundgang durch das Dorf wurde sie allerorten bestätigt, besonders überschwänglich von Friedrich Lüers. „Es sind so nette Leute, ich möchte alle küssen“, strahlte „De Moler“ in der Kunst-Werk-Scheune auf dem Kläner-Hof. Zusammen mit Gertje Kollmann zeigte Lüers aktuelle Arbeiten. „Es ist gut besucht, ein Kommen und Gehen“, so „De Moler“. Gastronom Arnd Kläner erzählte, dass ab mittags auf dem weitläufigen Hof mit seinen Galerien und Ausstellungen sofort Hochbetrieb herrschte, insbesondere auf den Außenplätzen.
Mit ihren Schmuckunikaten war Gesa Wichmann wieder beim Püttenhus präsent. „Ein toller Platz für mich“, so die Ex-Dötlingerin, die im Freien ihre Arbeiten zeigte. In der Müller-vom-Siel-Kate präsentierte Irma Hamann eigene Glasarbeiten und betreute die Ausstellung mit Exponaten diverser Dötlingen Künstler/Kunsthandwerker. Sie sind quasi als Appetithappen zu sehen, um dann den Weg zu den Ateliers in einem der Dörfer einzuschlagen. „Mal ist auf einen Schlag die Kate voll, dann wird es wieder weniger“, sagte Hamann über den steten Wechsel des Andrangs.
„Prima“, sagte Gertje Kollmann über den Zuspruch in der Galerie Dötlingen. 190 Besucher hatte sie schon bis 14.20 Uhr gezählt, bis hin zu Gästen aus Nordrhein-Westfalen. Die aktuelle Ausstellung mit Arbeiten von Werner Henkel aus Naturmaterialien gefiel vielen. Sie verweilten vor der Serie „Paare“ aus den Pestwurzblättern.
Nur wenige Fußminuten entfernt vom Heuerhaus liegt „Tara – Raum für Yoga“. Hier war es ruhiger. Iris Vollkammer bot Einführungen in Yoga und Qigong an und stellte den schönen Yogaraum des alten Hauses vor. Zudem gab es Bilder der Bremerin Majenna Peters zu sehen.
„Wir haben laufend zu tun“, berichtete Ingrid Kuhlmann am Infostand der Gästeführerin. Auch sie verwies auf die vielen Radfahrer. Passen mussten die Gästeführerinnen allerdings bei der Frage nach einem Privatgarten im Dorf Dötlingen. Den gab es diesmal nicht, stattdessen fünf geöffnete Gärten in anderen Dörfern und Nachbarkommunen.
Die waren wiederum sehr gefragt, so der Stein- und Wassergarten der Familie Krüger in Simmerhausen. Die 175 Buttons reichten hier längst nicht aus. Mehr als 500 Gäste kamen insgesamt und bewunderten den Garten. Dazu gehörte auch der Montagsclub aus Torsholt/Westerstede.
Michael Gertjejanßen hatte ihn bei einer früheren Gartenkultour entdeckt. Der Stein- und Wassergarten gefiel ihm so gut, dass jetzt der gesamte Club nach Simmerhausen kam – und gleich den ganzen Tag blieb.
