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Ehrentag Er denkt nicht ans Aufhören

Friesoythe - Menschen begegnen, das sei es, was ihn besonders gut an seinem Beruf – oder besser seiner Berufung – gefalle. Und Prälat Alfons Bokern ist in seinem Leben schon vielen Menschen begegnet. Entsprechend zufrieden blickt der 87-jährige Geistliche zurück. Zurück auf sechs Jahrzehnte als Priester. Am Donnerstag, 17. Dezember, war es auf den Tag genau 60 Jahre her, als Bokern in der Lamberti-Kirche in Münster durch Bischof Dr. Michael Keller zum Priester geweiht wurde.

Es folgten mehrere Stationen – unter anderem in Osterfeine, Bösel, Lindern, Dinklage und Elsfleth –, ehe er im Dekanat Friesoythe endgültig eine neue Heimat fand. Die Anfangszeit als Vikar und Kaplan sei für ihn sehr wichtig gewesen, denn in dieser Zeit war er vornehmlich in der Jugend- und Schulseelsorge tätig. Ein Bereich, der ihm bis heute sehr am Herzen liegt. „Es ist sehr wichtig, mit jungen Leuten zu tun zu haben“, sagt Bokern.

„Großes Vertrauen“

Als noch junger Priester wurde er 1970 zum Pfarrer in der St.-Johannes-Gemeinde Markhausen ernannt. „Den Ort kannte ich bis dahin gar nicht“, sagt Bokern, der gebürtig aus Kroge-Ehrendorf im Kreis Vechta kommt. Er war Anfang der 1970er Jahre der jüngste Pastor im gesamten Dekanat Friesoythe und genoss von Anfang an hohes Ansehen – vor allem bei seinen geistlichen Kollegen. Denn die Priestergemeinschaft des Dekanats sprach sich 1974 für Bokern als neuen Dechant aus, was er noch heute als „großes Vertrauen“ empfindet. Der damals 45-Jährige übernahm dieses Amt von Heinrich Hellmann aus Sedelsberg und bekleidete dieses bis 1992. Drei Jahre nach seiner Ernennung zum Dechant durch Diözesanbischof Tenhumberg wechselte er 1977 von Markhausen als Pfarrer zur St.-Marien-Gemeinde Friesoythe und prägte dort fortan das christliche Leben entscheidend mit. Auch die Europahilfe für zunächst Polen und später Litauen wurde mit ihm stetig ausgebaut.

1996 hätte er eigentlich in den Ruhestand gehen können. „Ich wollte aber noch nicht aufhören“, sagt Bokern, schließlich sei die Freude an seiner Tätigkeit ungebrochen. Dann starb Pater Alois Klöpper, und plötzlich bot sich für den Friesoyther eine neue seelsorgerische Aufgabe in der Pfarrgemeinde St. Ludger in Neuscharrel. Sage und schreibe 17 Jahre kümmerte er sich mit viel Hingabe um die Neuscharreler Gemeinde.

Am 19. Januar 2014 war es dann aber doch soweit. Alfons Bokern ging im Alter von 85 Jahren und über 43-jähriger seelsorgerischer Tätigkeit im Dekanat in den Ruhestand. Dechant Michael Borth sprach beim Abschied von einer „langen Ära, die zu Ende geht“ und dankte für den unermüdlichen Einsatz.

Kroge oder Friesoythe?

Jetzt stellte sich für Bokern die Frage: „Wo bleibe ich?“ Zunächst hatte er überlegt, in seinen Geburtsort Kroge zurückzukehren. Schließlich sei er mit seiner Familie eng verbunden. Doch dann fasste er den Entschluss: „Ich bleibe hier.“ Und fügt sofort an: „Eine gute Entscheidung.“

In Friesoythe fühle er sich wohl. Nicht zuletzt, weil es hier einen Kreis von Mitbrüdern gebe, mit denen er sich gerne treffe. „Dafür bin ich sehr dankbar.“ Zeit verbringt er auch gerne in seinem Garten. Doch auch mit 87 Jahren ist er noch nicht ganz im Ruhestand. Jedes Wochenende zelebriert er noch einen Gottesdienst, er übernimmt Krankheitsvertretungen und in Neuscharrel Geburtstagsbesuche und bringt dort die Hauskommunion. Denn schließlich gefalle ihm das doch besonders: Menschen begegnen.

 An diesem Sonntag, 20. Dezember, feiert Prälat Alfons Bokern sein Diamantenes Priesterweihejubiläum. Aus diesem Anlass wird um 15 Uhr ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Marien Frie-soythe gefeiert, anschließend wird zu einem Empfang ins Franziskushaus geladen. Dazu ist die gesamte Gemeinde eingeladen.

Der Jubilar verzichtet ausdrücklich auf persönlich zugedachte Geschenke. Wer ihm dennoch eine Freude bereiten will, so heißt es, möge für die Flüchtlingshilfe in Friesoythe spenden.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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