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Kultur Erfolgreich in beiden Sparten

Christian Schöckel

Nordenham - Seit Burkhard Leimbach der Vorsitzende der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft ist, steht eine kleine, kaum sechseinhalb Zentimeter hohe Goethe-Büste während jeder Jahreshauptversammlung vor ihm auf dem Tisch neben einem Büfett mit Kaffee, Tee, Schnittchen und Kuchen. So auch jetzt wieder am Sonntag traditionell um 11 Uhr im Nordenham-Museum. Die Büste, Burkhard Leimbachs so genannter „Säulenheiliger“, steht für Beständigkeit und Verlässlichkeit einerseits, aber auch für Abwechslungsreichtum und Experimentierfreudigkeit andererseits.

Warum beschäftige sich eine Kulturgesellschaft vom Format Goethes beispielsweise mit der „Zukunft der Windenergie“, sei er mehrfach gefragt worden, begann Burkhard Leimbach seinen Jahresrückblick. „Windenergie. Die Entwicklung zum Monströsen“ mit Professor Henry Seifert war im April im Nordenhamer Technologie-Zentrum ein gut besuchter Vortrag. Wäre Goethe heute und hier Minister, konterte der Vorsitzende, hätte der Literat, Politiker und Wissenschaftler in einer Person ohne Zweifel auch die alternativen Energien hinterfragt.

320 Mitglieder

Kontinuität und Veränderung unter einen Hut zu bringen, ist seit vielen Jahren Ziel und Erfolgsrezept der Nordenhamer Goethe Gesellschaft. Es kommt an: Die Mitgliederzahl hält sich konstant bei etwa 320. Die Nordenhamer sind eine von mittlerweile 60 Ortsvereinigungen der Weimarer Muttergesellschaft – und zugleich ihre zweitgrößte. Während viele Ortsvereinigungen in Großstädten allerdings oft nur einen sehr kleinen Kreis Interessierter ansprechen, weil für sie die Auseinandersetzung mit dem Dichterfürsten selbst im Vordergrund steht, greifen die Nordenhamer möglichst breit gefächert alle brandaktuellen Themen aus Literatur, Theater, Kunst und Wissenschaft auf und sind damit aus der Kulturszene der Stadt kaum mehr wegzudenken.

Als einen weiteren Beleg für die Akzeptanz des Angebotes nannte Burkhard Leimbach in seiner Rückschau Professor Hanjo Kestings Vortrag über das Gilgamesch-Epos: „110 Besucher, so viele hatten wir noch nie“, sagte der Vorsitzende.

Der Erfolg der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft wäre aber nicht denkbar ohne die Sparte Musik, in der sich Leimbachs Stellvertreter Stefan Tönjes mit viel Herzblut engagiert. Herausragende Veranstaltungen im abgelaufenen Jahr waren die von Jahnhallen-Manager Stefan Jaedtke organisierten Tastentage, an denen sich die Goethe-Gesellschaft mit dem Klavierduo Mona & Rica Bard beteiligte, das Venezianische Festkonzert in der St.-Laurentius-Kirche anlässlich der 700-Jahr-Feierlichkeiten in Abbehausen, der Auftritt der Dresdner Salon-Damen zwischen den Jahren, bei dem der Vorverkauf gestoppt werden musste, damit auch für alle interessierten Goethe-Mitglieder noch genügend Platz blieb, sowie „Klassik im Park“ mit Orffs Carmina Burana und 900 Gästen, die in lauer Sommernacht auf Gut Schützfeld die Musik genossen.

Das Veranstaltungsjahr 2012, so Kassenwart Christian Leopold, schloss zwar mit einem Defizit ab, doch konnte er auf Rücklagen zurückgreifen. Aufgrund hoher Gagen schlug vor allem das Abbehauser Konzert zu Buche. Christian Leopold: „Da haben wir uns weit aus dem Fenster gelehnt. Leider blieb die Resonanz weit hinter unseren Erwartungen zurück.“

Kein Sinfoniekonzert

Solche Konzerte sollte man künftig doch eher im Stadtzentrum planen. Unter dem Strich, so der Kassenwart weiter, sei die Nordenhamer Goethe-Gesellschaft solide finanziert, zur knappen Hälfte durch Mitgliedsbeiträge, zum anderen Teil durch Sponsoren und einen großzügigen Zuschuss der Stadt Nordenham. Trotzdem müsse der Vorstand vorsichtig treten. Für Risiken sei zurzeit kein Raum. Deshalb könne auch kein neues Sinfoniekonzert geplant werden.

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