Wilhelmshaven - 40 Jahre Pumpwerk. Da haben sich so einige Autogrammkarten angesammelt. Die jungen „Toten Hosen“ hinterließen ihre Unterschrift ebenso wie Hans Werner Olm. Auf den anderen Karten sind noch mehr bekannte Künstler aus Kleinkunst, Kabarett, Comedy und Musik zu sehen. Sie alle gaben sich in den vergangenen Jahrzehnten die Klinke des Pumpwerks in die Hand.
Das Team der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH (WTF) um Geschäftsführer Michael Diers holte die Erinnerungsstücke am Dienstag wieder hervor. Als Anschauungsmaterial für die abwechslungsreiche Geschichte des Kulturzentrums, die am 6. August 1976 begann. Der damalige Wilhelmshavener Jazz-Club „Blue Note“ war ins stillgelegte Pumpwerk gezogen.
Viel ist seit der Eröffnung des ältesten soziokulturellen Zentrums in Niedersachsen passiert – geblieben ist die besondere Atmosphäre. „Das Pumpwerk ist längst eine Marke für Wilhelmshaven und die gesamte Region“, so Diers. Er stellte das Programm der Festwoche vor – gemeinsam mit Heike Gorath, Reent Froehlich und Dirk Haubold von der Programm-Abteilung sowie dem Technischen Leiter Peter Stahlberg.
Gefeiert wird vom 24. bis 28. August. Los geht es am Mittwoch, 19 Uhr, mit der Coverband „Dire Strats“ bei der Veranstaltungsreihe „Mittwochs am Pumpwerk“. Ein Höhepunkt soll zudem die Kleinkunst-Revue am Freitag, 26. August, 20 Uhr, sein – eine Show mit Mundkünstler „Sebastian Fuchs“, der A-cappella-Band „YeoMen“ sowie dem Kabarettisten „Kurt Knabenschuh“ und „Stenzel & Kivits“. Am Sonnabend (27. August) wird ab 19 Uhr eine Open-Air-Party mit Musik von „Oppa und die Schlagerenkel“ gefeiert – der Eintritt ist frei.
Und am 28. August besinnt sich das Pumpwerk auf seinen Ursprung: Ab 11 Uhr spielen „The Toughest Tenors“ bei einem Jazz-Frühschoppen, ab 13 Uhr wird ein soziokulturelles Familienfest mit Zauberei, Kinderspielen und Live-Musik veranstaltet.
Grund zum Feiern gebe es allemal, sind sich Diers und sein Team einig. Trotz knapper Kassen sei es bis heute möglich, neben bekannten Publikumsmagneten auch Künstler jenseits des Mainstreams zu holen, sagt Diers.
Laiengruppen stehen ebenso auf der Bühne wie Weltstars – und Künstler, die später noch zu Stars werden sollten. Und entsprechend viele Anekdoten lassen sich erzählen. Zum Beispiel vom Aufritt der „Fantastischen Vier“ vor vielleicht 80 Leuten – wenige Wochen vor dem Durchbruch der Gruppe. Pfadfindern, die vor dem Pumpwerk campierten, habe man damals kostenlos Einlass gewährt, um den Saal doch noch etwas zu füllen, weiß Froehlich von alten Kollegen.
Investiert wurde zuletzt in eine Licht- und Tonanlage, um gestiegenen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden. „Das Pumpwerk ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können“, sagt Froehlich. Es muss weiter investiert werden. Schon lange diskutierte Umbaupläne für das in die Jahre gekommene Pumpwerk und eine Erhöhung der Publikumsplatzkapazität dürfe man nicht aus den Augen verlieren.
