Baden-Baden - Lena Odenthal ist krank. Nach einem kurzen Blackout muss die Ludwigshafener Kommissarin vom Notarzt behandelt werden. Er rät ihr dringend zu einer Pause. Trotzdem macht die alleinstehende Polizistin weiter wie bisher. Sie hält sich für unersetzbar – nicht zuletzt, weil ihr Assistent Kopper im Urlaub ist. Odenthal arbeitet bei der Aufklärung ihres 60. Falls mit der jungen Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) zusammen, die ebenfalls sehr ehrgeizig ist.

Seit 25 Jahren steht Kommissarin Lena Odenthal in „Tatort“-Diensten. Schauspielerin Ulrike Folkerts (53) eta­blierte mit der toughen, oft etwas burschikos wirkenden Polizistin erstmals eine Frau in dieser Männerdomäne.

Mörder halten sich selten an feste Arbeitszeiten, und so wird Lena Odenthal wieder aus dem Schlaf an den Tatort geklingelt. Der Architekt Justus Wagner wurde brutal misshandelt und ermordet. Am Tatort bricht Odenthal zusammen, ist wenig später aber wieder auf den Beinen.

Das Wochenende schlägt sich Odenthal mit Ermittlungen um die Ohren. Die Aussagen von Wagners Familie, Kollegen und Freunden sind widersprüchlich, ein Motiv für den Mord lässt sich nicht ausmachen. Odenthal fühlt sich ausgelaugt und verletzbar, ihr fehlt Kopper. Zur neuen Kollegin Johanna Stern hat sie kein Vertrauen. Diese überzeugt jedoch mit Akribie bei der Sammlung von Fakten und analytischem Denken. Gemeinsam kommen sie dem Täter auf die Spur.

Dieser „Tatort“ spielt mit dem gesellschaftlichen Phänomen des Burn-out und der Vereinsamung von Menschen, für die der Beruf alleiniger Lebensinhalt ist. Dabei bleibt er leider halbherzig. Der Burn-out von Odenthal durch ständige Einsatzbereitschaft, unregelmäßige Arbeitszeiten und Stress wird eingeführt, die Symptome verschwinden aber wieder. Es bleibt abzuwarten, ob die kommenden Folgen mit Odenthal wieder ihren psychischen Erschöpfungszustand thematisieren.

Verschenkt wird auch eine Auseinandersetzung mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei jungen Frauen. Stern wird als Mutter von Zwillingen eingeführt. Andererseits will sie in ihrem Beruf Fuß fassen und Karriere machen. Wie die Familie dies meistert, bleibt offen.

„Blackout“ beweist, dass nach 25 Jahren am „Tatort“ noch lange nicht Schluss sein muss, wenn die Persönlichkeit der Ermittler behutsam weiterentwickelt wird und ihr Leben hohe Wiedererkennungswerte hat.