Hude - Das Solo-Stück „Dreck“ präsentiert die Bürgerstiftung Hude am Sonntag, 28. Februar, ab 19 Uhr, bei einem Benefiz-Theaterabend im Forum der Peter-Ustinov-Schule. Das Stück aus der Feder von Robert Schneider („Schlafes Bruder“) habe eine erschreckende, beklemmende Aktualität in diesen Zeiten von Flüchtlingsströmen, Pegida, islamistischem Terror und dem neuerlichen Klima der Angst und der Unsicherheit, heißt es in der Vorankündigung.
Der Schauspieler Mathias Kopetzki spielt Sad, den Rosenverkäufer. Sad ist ein arabischer Flüchtling und illegal in Deutschland. An den Abenden verkauft er Rosen, um zu überleben. Dabei ist der Hass der Inländer in ihm so sehr Fleisch geworden, dass er ihn gegen sich selbst kehrt. „Es stimmt“, sagt er, „ich bin dreckig. Ich wasche meine Hände, aber ich bleibe dreckig. Das stimmt.“
Er führt dabei die herrschenden Vorurteile ad absurdum und wirkt zunehmend verstörend. Seine Rede steigert sich, wird leidenschaftlich, wird verzweifelt. Er redet weiter. Er schreit. Schreit um sein Leben...
Der Monolog von Schneiders Rosenverkäufer Sad ist ebenso wenig sentimental wie seine Figur traurig ist, heißt es dazu. Den Zuschauer erwarte kein rührseliger Betroffenheitskitsch, das Stück lebe vielmehr von ironischen Zwischentönen, von Gefühl und – trotz oder gerade wegen des ernsten Themas – von Humor.
Der bekannte Berliner TV- und Theaterschauspieler Mathias Kopetzki spielt dieses Stück aus der Überzeugung heraus, eine Menge dieser Ängste, dieser Stimmungen, aber auch der ambivalenten Gefühle mit Hilfe dieses Textes transportieren zu können, dabei ahnen zu lassen, was es bedeutet, entfremdet zu sein von seiner Heimat, den Ressentiments, der Skepsis der Menschen im Gastgeberland konfrontiert zu sein – schließlich zu versuchen, damit umzugehen, ohne sich dabei vollkommen selbst zu verlieren.
Mathias Kopetzki ist in Hude bei Adoptiveltern aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Seit 2006 ist er als freischaffender Schauspieler und Autor tätig, dreht auch fürs Fernsehen („Alarm für Cobra 11“, „GSG 9“, „Soko Köln“, „Soko Leipzig“, etc.).
2011 erschien sein Romandebüt „Teheran im Bauch“. Sein leiblicher Vater ist Perser und lebt im Iran. Er hat ihn erst sehr spät kennengelernt. „Durch mein Aussehen werde ich heute auch ab und an von der Seite schief angeschaut. Als arabisch aussehender Mann weckt man Assoziationen...“, so Kopetzki erst kürzlich in einem NWZ -Interview. Und diese Assoziationen würden in dem Stück „Dreck“ auf die Spitze getrieben.
