Nürnberg - Mit zwei Kopfschüssen wird der verheiratete Uni-Professor Christian Ranstedt in einem Wald bei Nürnberg im Auto ermordet. Es geschieht beim Liebesspiel mit einer Unbekannten. Von der Frau fehlt jede Spur. Die Geschichte des neuen Franken-„Tatorts“ der ARD ist relativ schnell erzählt. Viel Zeit nimmt sich der Film dagegen für die einzelnen Charaktere – etwa für den Schock, den Ranstedts Frau nach der Todesnachricht erleidet.

Die heiß ersehnte erste fränkische Ausgabe des Kultkrimis kommt ohne Effekthascherei und Blutexzesse aus. Dafür überzeugt sie mit ihrem Ermittler-Duo und trockenem Humor. An diesem Sonntag um 20.15 Uhr läuft die Folge mit dem poetischen Titel „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“ im Ersten.

Besonders auffällig ist das gute Verhältnis des neuen Ermittlerteams. Zwischen Dagmar Manzel (56), Vorzeigefrau der großen Berliner Bühnen, als Hauptkommissarin Paula Ringelhahn und dem 40 Jahre alten Fabian Hinrichs als ihr neuer Co-Kommissar Felix Voss stimmt die Chemie. Schnell sind sie beim „Du“ und teilen sich die Rollen nach Bedarf in „good cop“ und „bad cop“. Voss ist der etwas ironisch-irritiert lächelnde Geduldige, Ringelhahn die launische Spitzenermittlerin, die im Verhör den Verdächtigen auch gern mal anschreit.

Ein wenig braucht der erste fränkische „Dadord“, um in die Gänge zu kommen. Er führt den Zuschauer auf diverse Fährten – von der geheimen militärischen Forschung an der Uni bis zu einer Firma, die Streubomben herstellt. Allmählich aber nimmt er an Fahrt auf – und gipfelt in einem spannenden Finale.