Ovelgönne - Wenn Brigitte Köster und Christine Heitz aus Oldenburg von ihrer Familie erzählen, hört Susanne Schlechter, Leiterin des Handwerksmuseums Ovelgönne, gebannt zu. Denn die Vorfahren der beiden Oldenburgerinnen waren Mitglieder der „Ovelgönner Singers“, einem Männergesangsverein, der ungefähr von der Jahrhundertwende bis 1934 in Ovelgönne und darüber hinaus aktiv und beliebt war. Im Sängerzimmer des Handwerksmuseums steht schon länger der Sängertisch, in dessen Oberfläche die Namen von zwölf Mitgliedern eingeritzt sind. Nun sind noch ein Schrank und ein Sängerstuhl hinzu gekommen.
„Beides hat sich durch Zufall ergeben“, so Susanne Schlechter. Den Stuhl entdeckte die Museumsleiterin im Flur von Brigitte Köster in Oldenburg. „Eigentlich war ich wegen einer ganz anderen Sache da.“ Auf der Lehne des Stuhls las Susanne Schlechter den Namen E. Mennig. Wie sich herausstellte, war es der Sängerstuhl des Kupferschmiedemeisters Emil Mennig, dessen Name sich auch auf dem Sängertisch findet. Auch beim Schrank, der dem Singer Georg Busch gehörte, half der Zufall. Christine Heitz wollte dem Museum eigentlich Wäsche überlassen. Im Gespräch erzählte sie dann, dass es da auch noch einen Schrank gebe, der aber demnächst vernichtet werden sollte. Susanne Schlechter reagierte schnell und bewahrte den „Boekerschapp vor de Singers van Oevelgunn“ vor seinem Schicksal.
„Wir freuen uns sehr über die Objekte, die unsere Sammlung zu den Singers noch ergänzt“, zeigt sich Susanne Schlechter begeistert. Auch heute noch, mehr als 70 Jahre nach der letzten Erwähnung des Gesangsvereins, hofft Susanne Schlechter auf weitere Funde und Schenkungen. „Elf Stühle fehlen uns noch.“ Neben Mennig finden sich auf dem Sängertisch noch Richard Büsing, Dietrich Byl, Dr. Hermann Frank, Ludwig Güldener, Friedrich Hodderßen, Friedrich Johannes, Ummo Lübben, Wilhelm Meerpohl, Günther Meiners, Heinrich Röfer und Adalbert Töbelmann.
