Moorriem - In den Zeiten einer immer mehr um sich greifenden Gleichgültigkeit anderen Menschen gegenüber, setzen das Deutsche Rote Kreuz und das CVJM-Sozialwerk Wesermarsch nun ein deutliches Zeichen mit ihrem Kindergartenprojekt. „Trau Dich“, heißt es kurz und bündig, aber doch vielsagend auf einem Schild, das jetzt die Kindertagesstätten Moorriem und Ovelgönne erhielten.
Niemand ist zu klein, um Helfer zu sein: Mit „Trau Dich“ wollen das Rote Kreuz und die kooperierenden Einrichtungen die Kinder an das Thema Helfen heranführen, betonte DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Deyle. Die Kinder würden nicht nur eine positive Einstellung zum Helfen erwerben. Verbunden damit sei auch ein erster Schritt hin zu mehr Zivilcourage.
Dass es daran mittlerweile bei vielen Menschen in unserer Gesellschaft mangelt, haben Ereignisse in jüngster Zeit oft auch auf dramatische Weise bewiesen. „Die Helferkultur wird im Moment nicht gestärkt“, betonte Dr. Ilka Spieß, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie des CVJM-Sozialwerks Wesermarsch.
Wie wichtig es ist, anderen Menschen zu helfen und eben nicht wegzuschauen, wenn andere in Not geraten sind, das haben die Kinder in Moorriem und die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Nordlicht in Ovelgönne gelernt. Sie wissen nun, was in Notfallsituationen zu tun ist. Durch die Ausbildung haben sie gelernt, andere Kinder zu trösten, Verbandsmaterial zu holen, kleine Blessuren zu verarzten und nach Hilfe zu rufen. Auch die stabile Seitenlage richtig anzuwenden, wurde geübt.
Es sind kleine Schritte, mit denen die Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sieben Jahre zunächst das Hinschauen lernen. In einer Bildergeschichte mit den beiden Bären „Faxi“ und „Flori“ werden die Kinder an das Thema herangeführt. „Was kann ich tun?“, wird sodann vermittelt. Sich der Situation zu stellen, das spontane Sehen und Reagieren sowie die Überzeugung, „Ich gehe da hin und helfe“ im Bewusstsein zu verankern, ist ein weiterer Schritt.
Das Programm kam nach den Worten von Iris Bredehorn, Leiterin der Kindertagesstätte Nordlicht, und Kathleen Hirsch, Vorstandsmitglied des Elternvereins Großenmeer-Oldenbrok, sehr gut an. Auch Neele Wittpahl, die zurzeit leitende Aufgaben im Moorriemer Kindergarten übernommen hat, lobte das Projekt. Alle hoffen, dass noch mehr Kindergärten die Möglichkeit nutzen, am Projekt „Trau Dich“ teilzunehmen.
Die DRK-Ausbildungsleiterin Wanda Duhm und Peter Deyle hatten noch eine Überraschung parat. Neben dem DRK-Tröstebär für die beiden Kindertagesstätten gab es jeweils noch eine kleine Informationstafel, die an den Häusern angebracht werden kann. „Die Nachhaltigkeit des Projekts über einen längeren Zeitraum sei gewährleistet“, freute sich Ilka Spieß.
Informationen zum DRK-Projekt gibt es unter der Telefonnummer 04731/269190.
