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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Erstes Livekonzert: Discopionier und seine Jünger: Moroder auf Deutschlandtour

13.04.2019

Berlin (dpa) - Zu "Bad Girls" tanzt man heute noch gerne, bei "What A Feeling" denkt man an den Film "Flashdance", und "Take My Breath Away" kann nicht nur mitsummen, wer "Top Gun" gesehen hat: Hinter diesen Liedern steckt der Komponist und Produzent Giorgio Moroder.

Mit 78 Jahren ist der Italiener nun erstmals auf Livetour. Am Freitagabend hat er in Berlin sein erstes Konzert in Deutschland gegeben. Auf der Bühne erschien er mit schwarzem Hemd, Glitzerjacke und Schnurrbart, liebäugelte mit seinen Sängerinnen und erzählte von seiner Arbeit. Am Wochenende wollte Moroder mit seiner Band, dem Streichquartett und den Sängern auch in Düsseldorf und Frankfurt auftreten. Sie spielen Lieder aus den 70ern und 80ern.

Dazu gehören etwa "On The Radio" von "Disco-Queen" Donna Summer, "Call Me" von Blondie und "The Chase" aus dem Film "12 Uhr nachts - Midnight Express". Moroder gilt als Discopionier und Vorreiter der elektronischen Tanzmusik. Der in Südtirol geborene Komponist hat für seine Musik bereits vier Grammys und drei Oscars gewonnen.

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Vor einigen Jahren setzten ihm Daft Punk auf einem ihrer Alben ein Denkmal. Sie hätten ihn damals angerufen und gefragt, ob sie etwas zusammen machen wollten, sagte Moroder. Da habe er sofort zugesagt. Allerdings hätten sie die Musik gemacht und er habe dazu aus seiner Vergangenheit erzählen sollen. Das habe er ausführlich getan. "Die wissen mehr über mein Leben als ich."

Moroder erzählte auch, wie er in den 1960ern in Berlin lebte und am Titel "Looky Looky" arbeitete (den singt er dann auch zum Auftakt). Das Lied habe ihm viel Geld, äh, Erfolg eingebracht, sagte er. Moroder arbeitete auch viel mit Donna Summer zusammen. In München hätten sie "Love To Love You Baby" aufgenommen, für das Lied habe sie ihm damals ins Mikrofon gestöhnt.

Moroder hat viel mit Synthesizern gearbeitet und einen Klang gefunden, der auch heute noch futuristisch wirkt. Am Konzertabend gibt es viel Lichtspektakel und ziemlich gute Sänger. Das Publikum feiert den 78-jährigen Moroder - und vermutlich auch die eine oder andere Erinnerung an tolle Disconächte aus früheren Zeiten.

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