Wehnen - Nach zehn Jahren Gedenkstätte in der „Alten Pathologie“ auf dem Gelände der Karl-Jaspers- Klinik stehen die Zeichen beim Gedenkkreis Wehnen auf Weiterentwicklung. Das kleine Backsteinhaus, in dem sowohl das Büro des Vereins als auch die permanente Ausstellung untergebracht sind, genügt nicht mehr den Anforderungen.

„Die Anzahl der Anfragen von Schulklassen und anderen Besuchergruppen nach Führungen und Fortbildungen steigt stetig“, erklärt Elke Harms-Kranich, Vorsitzende des Gedenkkreises. In den engen Räumlichkeiten der jetzigen Gedenkstätte könne „die Geschichte der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen und insbesondere der Krankenmord im Nationalsozialismus nicht mehr zufriedenstellend vermittelt werden“, so Harms-Kranich.

Der Verein strebe eine konzeptionelle Erweiterung an, für deren Umsetzung zusätzliche Räumlichkeiten benötigt werden. Entsprechende Gespräche mit der Klinik laufen bereits. Sie sollen eine neue Ausstellung sowie Seminar- und Arbeitsräume beherbergen. Ziel sei es, „den bestehenden außerschulischen Lernort weiter zu entwickeln, damit der Umgang mit behinderten und psychisch kranken Menschen in Vergangenheit und Gegenwart umfassend thematisiert und die Würde des Menschen und der Wert des Lebens in den Mittelpunkt gestellt werden.“

Auf der Mitgliederversammlung stand außerdem die Neuwahl des Vorstandes an. Gewählt wurden als Vorsitzende Elke Harms-Kranich, als Stellvertreterin Dorothea Regener sowie als Beisitzerinnen Gerti Suntrup und Gertrud Knöttig. Neuer Kassenwart ist Günter Gräber. Dr. Alfred Fleßner und Dr. Ingo Harms wurden als wissenschaftlicher Beirat des Vereins bestätigt.