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KOMÖDIE Leiche liegt vor dem Küchenschrank

HORST RIX

ESENSHAMM - ESENSHAMM - Zu ihrem Wintervergnügen mit der Esenshammer Spielschar hatte die Ortsfeuerwehr Esenshamm in den „Esenshammer Hof“ eingeladen. Dem Publikum im voll besetzten Saal wurde schon ein gehöriges Sitzfleisch abverlangt, denn die Komödie in drei Akten von Hans-E. Jürgensen dauerte einschließlich kurzer Pausen immerhin mehr als zweieinhalb Stunden.

Nachdem Ortsbrandmeister Erhard Spohler die Gäste begrüßt hatte, wurden mit Spannung die Leistungen der Laienspieler auf der Bühne erwartet. Die plattdeutsche Komödie spielt in einem Mehrfamilienhaus von Oma Sünje Fiebelkorn, überzeugend dargestellt von Marianne Hartmann, und ihrem Enkel Kalle Fiebelkorn (Ralf Müller). In zwei weiteren Wohnungen leben die alleinstehende Untermieterin Elsbeth Siebentritt (Petra Sichau) sowie der pensionierte Beamte Albert Brogmus (Johann Töllner).

Zunächst führt Oma Sünje Regie und bringt ihren Enkel und Dauer-Studenten Kalle im Verlauf der Handlung dazu, Uschi Jannsen (Bianca Rosteck), die Mutter seines kleinen Sohnes, zu heiraten. Mutter und Sohn ziehen mit ins Haus.

Gegenseitige Neugierde unter den Nachbarn gehört innerhalb der großen Wohngemeinschaft einfach dazu, und so bleiben Heiratsabsichten von Kalle und Uschi sowie der Zuwachs im Hause auch Elsbeth Siebentritt nicht verborgen. Sie übernimmt jetzt das Ruder, eine Rolle, die Petra Sichau auf den Leib geschrieben zu sein scheint. Sie erfüllt ihre Aufgabe im Ensemble, als würde sie nie etwas anderes machen. Auch die Leistungen der weiteren fünf Darsteller sind beachtlich.

Oma Fiebelkorn will ihren Lieben eine deftige Hühnersuppe servieren, doch dazu benötigt sie ein Federvieh. Mit einem Beil köpft sie das Huhn. Zurück in ihrer Küche, vernimmt sie in der darunter liegenden Wohnung Streitereien der Untermieter. Sie legt das blutverschmierte Beil beiseite und sich selbst regungslos auf den Fußboden, um zu lauschen. Das neugierige Fräulein Siebentritt kommt in die Küche, sieht Oma Fiebelkorn still auf dem Fußboden liegen und entdeckt im Waschbecken das blutverschmierte Beil – ihrer Meinung nach das Mordinstrument. Sofort alarmiert sie ihren Nachbarn Brogmus, der den Detektiv Christoph Wangerlein (Hergen Luers) bittet, die Ermittlungen in diesem Mordfall zu übernehmen. Doch plötzlich sind sowohl die Leiche als auch das Mordwerkzeug verschwunden.

Siebentritt und Brogmus beschuldigen sich gegenseitig, ein Motiv für einen Mord an Oma Fiebelkorn zu haben, und Detektiv Wangerlein zitiert ein ums andere Mal aus dem „Handbuch des Alt-Professors Lüttjohann“, bis das Publikum alle Kapitel des Detektiv-Hefts auswendig kann.

Später liegt Omas Leiche wieder vor dem Küchenschrank und kurz darauf Detektiv Wangerlein niedergeschlagen daneben. Elsbeth Siebentritt hat ihn mit einem kräftigen Schlag hinterrücks zur Strecke gebracht, weil sie hinter der Küchentür den vermeintlichen Mörder vermutete.

Alle Mord-Theorien zerplatzen plötzlich, als Oma Sünje leibhaftig in der Stube steht. Der übermütigen Fräulein Siebentritt wird das Mietverhältnis gekündigt, doch sie findet bei Brogmus Unterschlupf. Damit seien beide ausreichend bestraft, meint Sünje Fiebelkorn, denn „Öwermoot deit nienich goot“.

zwei Aufführungen finden im „Esenshammer hof“ statt

Der Premiere

unter der Regie von Johann Töllner schloss sich eine weitere Aufführung mit anschließendem Tanzvergnügen zur Musik der „Sunny-Boys“ am Sonnabend an. Weitere Aufführungen stehen für Donnerstag ab 20 Uhr sowie für Sonntag ab 15 Uhr, dann mit einer Kaffeetafel, auf dem Programm. Das Schminken der Spieler besorgt Ingrid Kothe, als Souffleuse ist Silke Heruth im Einsatz. Die Spielleitung liegt bei Petra Sichau.
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