Esenshamm - Nun ist es amtlich: Die Sportschützen Esenshamm haben sich aufgelöst. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung hat jetzt diese Entscheidung getroffen. „Es gab einfach keine Perspektive mehr“, sagt die Vorsitzende Birgit Nordbruch. Wie die NWZ berichtete, ruht der Schießbetrieb im Saal der Gaststätte Esenshammer Hof seit Juni. Ein unabhängiger Gutachter hatte bei einer Überprüfung die mobile Schießanlage beanstandet. Daraufhin hatte das Ordnungsamt der Stadt Nordenham angeordnet, den Schießbetrieb einzustellen. In der Zwischenzeit hat sich der Verein zwar bemüht, das Problem zu lösen – allerdings ohne Erfolg.

Das Problem ist der Freiraum zwischen Schießauflage und Wand im Saal der Gaststätte. Der muss zwei Meter betragen. Im Esenshammer Hof beträgt er aber nur 1,90 Meter. Jahrzehntelang war das nie ein Problem. Aber nach einer Änderung der Schießstättenverordnung im Jahre 2012 ist es zu einem geworden.

Theoretisch hätten die Sportschützen ihre Schießanlage in Längsrichtung aufbauen können und nicht quer zum Saal wie bisher. Praktisch sei das aber unmöglich, sagt Birgit Nordbruch. „Der Aufwand beim Auf- und Abbau der Anlage wäre einfach zu groß.“ Bis zuletzt habe der Verein auf Unterstützung der Stadt und des Oldenburgischen Schützenbundes gehofft. Aber dazu sei es nicht gekommen.

Unterstützung angeboten haben befreundete Vereine, teilt die Vorsitzende mit. „Wir hätten zum Beispiel in Seefeld oder in Abbehausen unseren Sport weiter ausüben können. Aber das ist einfach nicht dasselbe. Trotzdem sind wir dankbar für die Hilfsbereitschaft.“

Die Auflösung des Vereins, der 1955 gegründet worden war, ist nicht nur eine bittere Pille für die zuletzt 35 Mitglieder, sondern für das gesamte Dorf. „Da geht ein Stück Dorfkultur verloren“, sagt Birgit Nordbruch. Zum alljährlichen Dorfpokalschießen waren zuletzt mehr als 200 Teilnehmer aus dem Ort und darüber hinaus gekommen. Auch der Schützenball, der letzte überhaupt in Esenshamm, ist nun Geschichte. Im vergangenen Monat hatten rund 130 Besucher den Schützenball im Esenshammer Hof gefeiert.

Wie Birgit Nordbruch mitteilt, geht das Vereinsvermögen satzungsgemäß an die Stadt Nordenham. Was mit der mobilen Schießanlage passiert, steht noch nicht fest. Einige Mitglieder hätten Vereinsgewehre übernommen. Die Aktiven unter den Mitgliedern wollen sich anderen Vereinen in der Umgebung anschließen.

Der Verein ist zwar Geschichte, die geselligen Treffen im Esenshammer Hof sollen aber fortgeführt werden. Ein Stammtisch trifft sich jeden Mittwochabend zum Klönen. Und damit der Sport nicht gänzlich auf der Strecke bleibt, haben sich die ehemaligen Schützen eine Dartscheibe angeschafft.