ESSEN - Eine Palisade, einen Wandgraben und eine Feuerstelle mit einer zunehmenden Holzkohlekonzentration: Das sind die Hauptfunde de der seit Beginn des Jahres im zweiten Bauabschnitt des Baugebiets „Helms Esch“ in Essen laufenden archäologische Ausgrabungen. Ausgrabungsleiter Dr. Dirk Vorlauf von der Wissenschaftlichen Baugrund-Archäologie (Marburg) stellte jetzt die ersten Ergebnisse in Anwesenheit von Dr. Jana Fries und Michael Wesemann vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (Oldenburg), Andreas Wegmann vom Amt für Planung, Natur und Umwelt des Landkreises Cloppenburg sowie Bürgermeister Georg Kettmann, Bernd Zumbrägel und Erich große Pöhler vom Bauamt der Gemeinde, vor.
Von dem insgesamt rund 5,8 Hektar großen Gebiet seien etwa 3,8 Hektar archäologisch relevant. In den 13 Suchschnitten mit einer Breite von zwei Metern und einer Länge von 50 bis 180 Metern rechne man mit rund 2500 Befunden. Die Hauptfunde ließen den Rückschluss auf eine Besiedlung zu. Zeitlich seien die Funde in die vorrömische Eisenzeit (etwa 500 v. Chr.) einzuordnen. Hierbei handele es sich allerdings um eine ungefähre Schätzung, sagte Vorlauf.
Im weiteren Verlauf stellte Vorlauf die geplanten Ausgrabungen vor, die, soweit möglich, der Gemeinde die Erschließung der Baugrundstücke im Mai ermöglichen sollten und sich so einer Verzögerung der Bebauungsmöglichkeit nicht ergebe. Während einer Führung stellte der Ausgrabungsleiter die Fundstellen auf den geputzten Suchabschnitten vor.
Er habe festgestellt, dass sich immer mehr Bürger für die Ausgrabungen interessieren. Daher wird am 3. März um 16.30 Uhr eine Führung unter seiner Leitung durch die Ausgrabungen erfolgen. Treffpunkt ist der Baucontainer. Ausgrabungsleiter und die Helfer erhoffen sich davon mehr Verständnis für die Arbeit der Archäologen, besonders auch hinsichtlich der oft schwankenden Meinung nach der Notwendigkeit dieser Ausgrabungen.
Nach Auskunft von Bürgermeister Georg Kettmann belaufen sich die ungefähren Kosten für die Ausgrabungen auf 250 000 Euro.
