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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Generalmusikdirektor In Oldenburg: Hendrik Vestmann gibt ab 2016 den Takt vor

01.08.2015

Oldenburg Das Tempo war vorgegeben: Allegro agitato! Antreibend also, bewegt, weder Zuckeltrab noch hektisches Hetzen. Für das Oldenburgische Staatstheater hat sich solche kontrollierte Zielstrebigkeit ausgezahlt. Es hat ein Jahr vor Dienstantritt seinen neuen Generalmusikdirektor (GMD) verpflichtet.

Hendrik Vestmann wird ab der Spielzeit 2016/17 für fünf Jahre die nach dem Intendanten wichtigste Position übernehmen. Der 41-jährige Musiker, der aus Estland stammt. ist Nachfolger von Roger Epple, der seinen Vertrag nach vier Jahren auslaufen lässt.

Alles auf eine Karte

Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajic, folgt mit der offiziellen Berufung dem Vorschlag des Theater-Verwaltungsausschusses. „Orchester, Sängerensemble und Chor haben ein sehr detailliertes Votum abgegeben“, erläutert Intendant Christian Firmbach. „Es ist zu 80 Prozent pro Vestmann ausgefallen.“

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Chefdirigenten in Oldenburg

Rund 25 Hofkapellmeister und Generalmusikdirektoren verzeichnet die Geschichte von Hofkapelle und Staatsorchester in Oldenburg. Am längsten als GMD (Generalmusikdirektor) wirkte Karl Randolf von 1958 bis 1970.

Generalmusikdirektoren in der neueren Zeit: Knut Mahlke (1988–1993), Reinhard Seifried (1993– 2001), Alexander Rumpf (2001–- 2009), Thomas Dorsch (als Musikalischer Oberleiter; 2009– 2012), Roger Epple (2012– 2016; Hendrik Vestmann ab 2016.

Infos: www. staatstheater.de

Die Musiker besitzen ein Stimmrecht zwar nicht offiziell, aber ihr fachlicher und emotionaler Eindruck hat Gewicht. Die Quote liegt im aktuellen Fall recht hoch. In den oft sehr individuell geprägten Ensembles gelten 60 Prozent Zustimmung schon als beachtlich.

Auf eine Ausschreibung hatte die Theaterleitung verzichtet. „Kurz, unkompliziert und vertrauensbildend“ sollte das Auswahlverfahren sein. Acht Kandidaten mit gutem Ruf bei Insidern wurden in die Wahl genommen: Erfahrene Dirigenten, die schon GMD-Positionen bekleidet hatten, junge Aufsteiger, auch eine Frau. Nach Orchesterproben mit Mozart und Brahms, nach der Begleitung von Arien katapultierte eine interne und sehr detaillierte Abstimmung Vestmann auf den ersten Platz.

„Wir haben dann mit ihm alles auf eine Karte gesetzt“, sagt Firmbach. Vestmann dirigierte am 15. Juli im Großen Haus noch „Figaros Hochzeit“. Er erzeugte große Spannung, setzte die Schlussensembles der einzelnen Akte unter Hochdruck und harmonierte sichtlich mit Graben und Bühne. Daraufhin war die Empfehlung an Ausschuss und Ministerium eindeutig.

Weniger gute Erfahrungen bei früheren Suchen hatten das Verfahren geprägt. Der 2009 ausgeschiedene Alexander Rumpf blieb drei Spielzeiten ohne Nachfolger. Die drei engsten Kandidaten hatten das Orchester leicht entzweit, denn jeder hatte ein Drittel der Stimmen erhalten.

Ab 2009 wurde Thomas Dorsch als „Musikalischer Oberleiter“ zu einer Interimslösung und brachte sehr engagiert das Orchester auf Kurs. Eher per Zufall kam dann der international tätige Roger Epple ins Gespräch. Er hatte auf dem Fliegerhorst die „Aida“ geleitet.

Epple, seit 2012 im Amt, hat das Staatsorchester auf ein vorher kaum gekanntes Niveau geführt. Aber eine stärkere Bindung an die Stadt baute sich nicht auf. Epples Frau ist in Leipzig Kuratorin am Grassi Museum für Angewandte Kunst, so dass der Familienmittelpunkt dann auch in Sachsen blieb.

Auf der sicheren Seite

Der Noch-GMD strebt daher auch keine weitere feste Bindung an. „Ein Musikchef vor Ort ist für die Identifikation mit den Bürgern schon wichtig“, sagt Firmbach vorsichtig. „Stadt und Theater brauchen so ein Gefühl der Gemeinsamkeit. Motto: Das ist unser Dirigent!“

Bei Vestmann fühlt sich Firmbach auf der sicheren Seite. Da führt die Spur nach Bonn, Firmbachs vorheriger Wirkungsstätte. Vestmann ist dort seit 2013 Chefdirigent der Oper. Zudem dirigiert er an der Komischen Oper Berlin derzeit gerade den „Figaro“. So weiß der Oldenburger Intendant um die „fundierten Kenntnisse im Operngeschäft“ seines zukünftigen GMDs. „Er ist ein ausgesprochener Stimmenkenner.“

Vestmann stammt aus der estnischen Kleinstadt Tartu, erhielt seine Ausbildung in der Hauptstadt Tallinn. 2000 kam er nach Deutschland. Von Heidelberg kehrte er 2004 als GMD nach Tartu zurück, ehe ihn Münster 2006 als 1. Kapellmeister und stellvertretenden GMD verpflichtete.

2006 gewann er den Hermann-Abendroth-Preis in Weimar. Im selben Jahr war er Finalist und Sonderpreisträger beim bedeutenden Deutschen Dirigentenpreis in der Berliner Philharmonie.

Über alle Fakten und Prüfungen hinaus vertraut Oldenburgs Intendant auch seinem Bauchgefühl. „Wir brauchen einen, der Visionen hat und Feuer entfacht.“

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