EVERSTEN - Mit einem Konzert wurde die Ehrung gefeiert. Die gesamte Chorgemeinschaft Harmonie beteiligte sich.
Susanne Gloger
EVERSTEN - Als der Gemischte Chor Eintracht Eversten gegründet wurde, da war Deutschland noch eine Monarchie. 1907 traf sich Kaiser Wilhelm II. in Swinemünde mit dem russischen Zaren Nikolaus II., in Sachsen demonstrierte man für die Einführung allgemeiner, freier, direkter und geheimer Wahlen. Anhand dieser und anderer Beispiele aus der Geschichte machte die Erste Bürgermeisterin Rita Schilling, die am Wochenende die Zelter-Plakette an den Everster Chor überreichte, deutlich: „100 Jahre – das ist eine beeindruckende Zahl von Jahren.“Mit einem Chorkonzert, an dem auch die anderen sechs Chöre der Chorgemeinschaft Harmonie sowie die Sopranistin Tomma Hangen teilnahmen, feierte Eintracht Eversten im Hundsmühler Krug die Verleihung. Gestiftet wurde die nach dem Komponisten Carl Friedrich Zelter (1758-1832) benannte Plakette 1956 von Bundespräsident Theodor Heuss: „Als Auszeichnung für Chorvereinigungen, die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienst um die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben.“ Mindestens 100 Jahre alt muss ein Chor sein, um einen Antrag auf Verleihung der Plakette stellen zu können. Darüber hinaus muss er belegen, dass er auch wirklich ständig musikalisch aktiv war – abgesehen von den Kriegsjahren.
Zeugnisse seiner stetigen Sangesfreude hatte der Gemischte Chor Eintracht Eversten zum Festakt ausgestellt. Vorsitzende Annelene Ripken lud Interessierte ein, in den Protokollbüchern und Fotoalben zu blättern. Sie und Chorleiterin Anna Barbara Hoffmann freuten sich über die zahlreichen Gästen – unter ihnen Hannelore Mohaupt vom Chorverband Niedersachsen-Bremen, Gerhard Brunken, Präsident des Oldenburgischen Sängerbundes, Fritz Schmietenknop vom Vorstand des Sängerkreises Oldenburg-Stadt sowie die Chorgemeinschaft Harmonie und deren Vorsitzender Hans-Jürgen Kutscha und Ehrenchorleiterin Hela Eden.
1907 wurde Eintracht Eversten als Männergesangverein im Hundsmühler Krug ins Leben gerufen. „Schön, dass wir auch heute noch in diesem Gründungshaus sein können“, freute sich Annelene Ripken. Die Freude am Gesang wurde anschließend beim Chorkonzert deutlich. Die Chöre der Chorgemeinschaft zeigten die gesamte Bandbreite ihres Könnens: Werke aus der Feder von Edvard Grieg bis Ralph Siegel standen auf dem Programm.
