EVERSTEN - Die Entwicklung der Kinder in der Evangelischen Kindertagesstätte (Kita) Edewechter Landstraße wird genau beobachtet und dokumentiert. Je nach Begabung und Hintergrund können die Kleinsten so intensiv und gezielt gefördert werden.
Nur eine von zehn umfangreichen Maßnahmen, die Einzug in den Alltag der Mitarbeiterinnen erhalten hat und dafür gesorgt hat, dass der Einrichtung am Dienstag als bundesweit erster Kindertagesstätte das Gütesiegel „Beta“ der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder verliehen wurde.
Während eines Festaktes im Lambertussaal wurden die Erzieherinnen um Leiterin Ina Struck gleich doppelt geehrt: Auch das Gütesiegel der Oldenburgischen Kirche dürfen sie nun am Eingang ihrer Kita präsentieren.
„Die Mitarbeiterinnen fragten sich zunächst, ob geduldige Arbeit mit Leistungsdenken zusammenpasst“, so Pfarrerin Hilke Freels-Thibaut, Qualitätsbeauftragte für Kindergartenarbeit. Schließlich sei Qualitätsmanagement in der Wirtschaft anzusiedeln.
Dass es passt, stellten die Erzieherinnen unter Beweis. Aber: „Das Wohl der Kinder und ihrer Familien steht im Mittelpunkt“, sagte Pfarrer Georg Hohl, Vorsitzender der Bundesvereinigung Evangelischer Kindertagesstätten.
Vor zweieinhalb Jahren entschied sich die Kita, an dem Oldenburger Qualitäts-Prozess teilzunehmen. Das Rahmenhandbuch des Bundessiegels wurde erst vor einem Monat veröffentlicht. Da die Anforderungen ähnlich sind, musste die Qualitätsbeauftragte der Kita, Manuela Klassens-Zemke, nur kleine Korrekturen einbauen und schon war ihre Einrichtung reif für das Beta-Siegel.
Dass sich die Qualität auszahlt, berichtete Struck. Ein fünffacher Personalwechsel konnte durch den im Qualitätsprozess erstellten Leitfaden problemlos kompensiert werden. Laut Hohl stelle dieses Konzept aber keine neue Pädagogik dar: „Es geht um Verlässlichkeit in verschiedenen Aufgabenbereichen.“
Neben Strucks Kita bekommen neun weitere Landeskirchen-Einrichtungen diese Siegel, 20 weitere stehen in der Bewerbungsphase. Die Auszeichnungen sind auf fünf Jahre begrenzt und die Kitas müssen sich immer wieder einer Selbstbewertung unterziehen. Und daran, dass ihre Entwicklung dokumentiert und mit Eltern diskutiert wird, müssen sich Kinder gewöhnen. „Es ist gut für den Übergang in die Schule“, so Freels-Thibaut.
