EVERSTEN - Für große Heiterkeit sorgte am Dienstagvormittag „Der elektronische Doppelgänger“, das Theaterstück des 10. Jahrgangs des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte in der Aula der Schule. Vor über 150 Schülern des Landesbildunszentrums, der Comeniusschule und des Schulzentrums Eversten begeisterten die schwerhörigen Schauspielerinnen und Schauspieler mit einer ausgesprochen engagierten und schönen Umsetzung dieser Satire. Auch Bühnenbild, Kostüme, Drehbuch und Technik besorgten die Schüler selbst.

Die Schauspieler waren hervorragend gut zu verstehen, für diejenigen mit größeren Hörproblemen übersetzten parallel Gebärdendolmetscher den Text.

Inhaltlich ging es um Szenen einer Ehe und den Versuch, die Probleme mit attraktiven elektronisch-mechanischen Doppelgängern (Robotern) zu lösen – was letztlich aber zum Scheitern verurteilt war. Mit Witz und Selbstironie, bei der etwa der „elektronische Doppelgänger“ dank leichter Hörprobleme auch schon mal zum „afrikanischen Gockelfänger“ wurde, sorgten die Zehntklässler für beste Unterhaltung.

Schulleiter Manfred Isstas sagt: „Dass die Schüler vor anderen Theater spielen und vor anderen sprechen, ist für die Persönlichkeitsentwicklung extrem wichtig.“ Hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler seien sich „ihrer Behinderung sehr bewusst, weil ihre Kommunikation mit Normalhörenden sich permanent als schwierig erweist und auch von Missverständnissen begleitet ist“, so der Schulleiter. Die sprachliche Überlegenheit der Normalhörenden lasse Schwerhörige oft resignieren und Strategien erzeugen, sich nicht der Kommunikation mit Normalhörenden stellen zu müssen. Schwerhörige fühlten sich „unverstanden“, und das im Sinne des Wortes. Der Auftritt auf einer Bühne trainiere auch stark die artikulatorischen Fähigkeiten und sei ein großer Schritt für die Selbstwertschätzung. Isstas: „Dass Schwerhörige für andere Schwerhörige, aber insbesondere auch für Normalhörende, Theater spielen können, hebt das Selbstwertgefühl aller Schüler hier in hohem Umfang.“