EVERSTEN - EVERSTEN - Ein besonderes und in seiner Besetzung herausragendes Werk kirchenmusikalischen Schaffens gab es jetzt in der Ansgari-Kirche zu hören: Unter der Leitung von Johannes von Hoff führten der Oldenburger Kammerchor und einige Solisten die Petite Messe solennelle, ein Spätwerk des ja eher als großer Opernkomponist bekannten Romantikers Gioacchino Rossini auf.
Dieses Werk nimmt nicht allein durch seine kammermusikalische Besetzung in der Kirchenmusik eine Sonderstellung ein, sondern fällt auch mit den Begleitinstrumenten Klavier und Harmonium auf. Und gleich zu Beginn des Konzertes wird der Hörer in intime kammermusikalische Klänge gehüllt. Dabei fällt gleich im Eingangskyrie der ungewöhnlich ausgereifte Chorklang des Oldenburger Kammerchores auf.
Johannes von Hoff versteht es mit unaufdringlichem Dirigat, einfühlsam, aber sehr präzise den Chor in unterschiedlichste Dynamikbereiche zu führen. Er lenkt behutsam und dezent, aber mit ungeheurer Wirkung: Die einzelnen Stimmen wirken bei ihm als Gesamtklang.
In den verschiedenen Sätzen wird dem Zuhörer der besondere Reiz der Komposition mit den einerseits kräftigen, bisweilen aber auch sehr verhaltenen Solo- und Chorstimmen bewusst. Dabei treten die vier Gesangssolisten Miriam Meyer (Sopran), Katja Pieweck (Alt), Jörg Dürmüller (Tenor) und Albrecht Pöhl (Bass) zunächst sehr zurückhaltend auf, passen sich stimmlich an das kammermusikalische Geschehen an.
Christoph Keller am Flügel versteht sich als Meister des Übergangs, der stilsicher virtuose und begleitende Teile der Messe interpretiert und Übergänge mit höchster Präzision feinsinnig gestaltet. Ryoko Morookas Harmonium agiert anfangs eher als dezentes Begleitinstrument im Hintergrund, interpretiert aber im Preludio religioso betont ausdrucksstark und frei.
Den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen ohne Zweifel die Chorsätze. Den Zuhörern dieses Konzertes fiel es deshalb leicht, sich unmittelbar auf die Musik zu konzentrieren. Der nicht enden wollende Applaus zeigte die Begeisterung und Anrührung eines leider nicht häufig zu hörenden Werkes.
