EVERSTEN - Manfred Klinkebiel hat den Chor ins Leben gerufen. Die Mitglieder sind zwischen 20 und über 60 Jahre alt.

Von Susanne Gloger

EVERSTEN - Keine Atempause: Sogar in den Osterferien haben sie ihre Stimmlagen trainiert – mit Hilfe einer CD, die ihnen Chorleiter Manfred Klinkebiel als Hausaufgabe mitgegeben hatte. Der Eifer der 130 Sängerinnen und Sänger des neuen Chors „Vokalforum Oldenburg“ ist immens. Die Lust der Oldenburger am Gesang hat Klinkebiel zwar geahnt. Dennoch war er überrascht davon, wie viele Interessierte sich auf seinen Aufruf in der NWZ zur Chorgründung meldeten: rund 140 Frauen und Männer im Alter von 20 bis über 60.

Zu ihnen zählt auch die Eversterin Kirsten Zink. Die 59-Jährige ist mit ihrem Mann ins Vokalforum eingetreten. „Ich wusste sofort, das ist unser Chor“, sagt sie, „weil es keine Altersbeschränkung gibt und weil das Repertoire so eine große Bandbreite hat.“ Diese Begründung hat Klinkebiel mittlerweile schon öfter gehört.

Seit vielen Jahren leitet der Universitäts-Dozent für Orgelmusik neben dem Hochschulchor stets einen privaten Chor. So stand er beispielsweise auch dem Oldenburger Singverein vor. Gerne lässt sich der 52-Jährige immer wieder auf Neues ein. „Amateurstimmen sind unglaublich entwickelbar“, so seine Erfahrung. Mit dem Vokalforum hat sich für ihn ein besonderer Traum erfüllt. „Das ist ein Chor aus Bürgern – sozusagen ein Chor für die Stadt aus der Stadt.“

Eine große Herausforderung sieht Klinkebiel darin, gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern etwas zu gestalten. Das Statische und eine bestimmte Zielsetzung in der Musik sind nicht sein Ding. „Der Chor soll sich immer wieder öffnen. Es könnte auch ein zweiter entstehen oder eventuell ein Jugendchor.“

Mit einem einfachen Programm hat der gebürtige Oldenburger die Probenarbeit begonnen. Romantische Sätze aus dem 19. Jahrhundert, aber auch etwas Plattdeutsches gehören dazu. Daraus möchte Klinkebiel das Programm für die Chorpremiere entwickeln. „Abend und Nacht“ soll das Thema heißen. Der Termin für das Konzert mit Festakt ist am 9. Dezember in der Weser-Ems-Halle. Ein Förderverein des Chors wurde gegründet, den ersten Sponsor gibt es auch schon. Notenschulungen und Stimmbildung werden von den Beiträgen der Chormitglieder finanziert.

Manfred Klinkebiel ist ein rühriger Mensch. „Seine Energie springt auf uns über“, betont Kirsten Zink. Sie schätzt die motivierende Art des Chorleiters. „Er ermutigt uns, er fordert uns aber auch.“ Grundsätzlich könne jeder im Chor mitmachen, sagt Klinkebiel. „Doch zurzeit haben wir einen Frauen-Stopp. Männerstimmen sind aber noch willkommen.“ Montags ist Probe (Kontakt: Tel. 570 45 53). Und wie bei vielen anderen Chören auch: Vorsingen muss hier niemand.