Friesoythe - Herzen in Baumrinden schnitzen war einmal: Aus vielen Städten wie Rom, Florenz oder Köln sind Liebesschlösser bekannt, die an markanten Punkten wie Brückengeländern oder Laternen angebracht werden. Diese Tradition, dass Liebes- und Hochzeitspaare sowie glückliche Menschen zum Geburtstag, einem Jubiläum oder sonstigen Anlässen gravierte Liebes- oder Erinnerungsschlösser anbringen können, gibt es nun auch in Friesoythe.
Die Idee und Initiative zu den Friesoyther Liebesschlössern hatte der Aktionskreis Friesoythe „Wir gestalten unsere Stadt“. Die Vorsitzende Dorothea Kuhlmann-Arends hat gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Gisela Gamers und Roswitha Krause die ersten Schlösser an einer eigens angefertigten Brüstung am Soestegeländer bei der „Alten Wassermühle“ angebracht. Auch für die Vorstandsmitglieder Christa Beermann und Ria Lübbers wurden Schlösser angebracht. Die Schlüssel der Schlösser wurden, wie es Tradition ist, ins Wasser geworfen, um zu dokumentieren, dass etwas ewig Bestand haben soll. Die Vorstandsmitglieder des Aktionskreises warfen ihre Schlüssel in die Soeste mit dem Versprechen, sich nach besten Kräften für Friesoythe zu engagieren. Der Vorsitzende des Mühlenvereins, Franz Kröger, wertete die Aktion auch für Verein von Vorteil.
Die Herkunft dieses Brauches ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich haben Liebespaare erstmals auf der Milvischen Brücke in Rom Vorhängeschlösser angebracht, die mit ihren Namen oder Initialen beschriftet waren. Als Zeichen ihrer unlösbaren Verbindung warfen sie die Schlüssel dann in den Tiber mit dem Ausspruch „per sempre“ – für immer. Florentiner Liebespaare sollen ihre Aktion mit einem Kuss besiegelt haben. Die aus Italien stammende Idee hat sich inzwischen europaweit verbreitet.
Ein Flyer zu dieser Aktion liegt im Rathaus (Standesamt) und in der „Alten Wassermühle“ aus. Schlösser können ebenfalls dort erworben werden. Die gewünschte Gravur kann in Friesoyther Fachgeschäften angefertigt werden.
Die Frauen des Aktionskreises staunten nicht schlecht, als ein junges Paar, das das Anbringen der Schlösser beobachtet hatte und sich nach den Einzelheiten erkundigt hatte, sich mit den Worten verabschiedete: „Wir kommen gleich zurück.“ Nach rund 15 Minuten erschienen sie wieder mit einem roten Schloss in der Hand und meinten: „Wir wollen das erste Liebespaar sein, das sich hier ewige Treue schwört.“ Nachdem sie ihr symbolträchtiges rotes mit „Heike und Haiko“ beschriftetes Schloss angebracht hatten, warfen sie die Schüssel mit dem römischen Ausspruch „per sempre“ in die Soeste und entschieden sich, dieses Versprechen auch nach Florentiner Art zu besiegeln.
