FALKENBURG - Kinder und Tod – einem Thema, dass auf den ersten Blick „nicht so recht passen will“, wie Christine Stockstrom bei der Eröffnung meinte, widmet sich die neue Ausstellung im Konventsladen des Luthertstiftes. Um sich dem Thema dennoch kindgerecht zu nähern, haben die Vorsitzende des Bundesverbandes Trauerbegleitung und Christine Eilers zahlreiche Bilderbücher zusammengetragen. Sie könnten „eine Hilfe sein, mit Kindern ins Gespräch zu kommen“, so Stockstrom weiter.

Die Ausstellung wurde im Rahmen einer am Mittwoch beginnenden Fortbildung der „Werkstatt Trauer“ eröffnet – beide tragen denselben Titel: „Vom Weinen kriegt man Durst – Mit Kindern über den Tod sprechen“. Die Ausstellung im Konventsladen ist bis zum 30. September täglich außer freitags und sonntags von 13 bis 14 Uhr geöffnet. Abweichende Termine können mit Brigitte Kühntopf unter Telefon  04222/5268 vereinbart werden.

Viele Eltern hätten Sorge, dass ihre Kinder beim Thema Sterben und Tod überfordert seien und wollten ihre Kinder schützen, so Christine Stockstrom in ihrem einführenden Vortrag. „Das geht aber nicht. Wir können Kinder nicht davor schützen.“ Eltern könnten sie aber befähigen, mit dem Thema umzugehen, oder aber ihre Kinder mit dem Thema alleine lassen – „das ist viel schlimmer“.

Auch solle man das Thema nicht erst besprechen, wenn von dem Kind selbst ein Impuls käme, riet die Diakonin mit Zusatzausbildung in klinischer Seelsorge und Trauerbegleitung. Denn: „Merken wir diesen Impuls denn?“ Und das Thema erst anzusprechen, „wenn es ernst wird“, hält sie ebenfalls für den falschen Weg: „Ein ganz klares Nein.“ Aufgabe der Erwachsenen sei es, die Kinder auf das Leben vorzubereiten, so Christine Stockstrom. „Und damit auch auf das Sterben und den Tod.“

Oft mache der Tod aber auch die Erwachsenen sprachlos. Dann könnten Bilderbücher eine Hilfe sein. Allerdings sei vor der Trauerarbeit mit einem derartigen Medium eine Recherche wichtig: „Bilderbücher müssen zum Kind und zur Situation passen.“ Und gerade auch bei der Bewertung von Text und Bildern soll die Ausstellung helfen: Neben einer Vielzahl unterschiedlicher Bilderbücher bietet sie Auswahlkriterien und Methoden.

Die Ausstellung ist auch ausleihbar. Einzelheiten verrät Christine Stockstrom unter Telefon 05541/71949.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)