FALKENBURG - „Schöner kann man Verkündigung gar nicht erlebbar machen.“ – Mit diesen Worten beschrieb Oldenburgs Bischof Jan Janssen ein Haus, das am Sonntag mit vielen Gästen einen „runden“ Geburtstag feierte: Die Bibelscheune in Falkenburg, „eingebettet in einen traumhaften Bibelgarten“ (Janssen), wurde 20. „Oft“ sei er schon hier gewesen, sagte der Bischof. Am Sonntag hielt er den Festgottesdienst.

Schon Minuten vor dessen Beginn waren die 150 Plätze in der (neuen) Scheune des Lutherstiftes besetzt. Eilig besorgte Lutherstift-Geschäftsführer Thomas Roth noch 50 Klappstühle, später weitere Gartenstühle. Die Bibelscheune, so sagte der Bischof, sei ein in Deutschland „einmaliges Projekt“, das nichts von einer „Studierstube“ habe. „Hier mischen sich Information und Erlebnis“. Im Übrigen erfülle das Haus genau die Ziele, die man mit einer Scheune verbinde: Hier würden Vorräte angelegt, bewahrt, bereitgehalten.

Die Scheune, früher als Schafstall genutzt, werde im Schnitt pro Jahr von etwa 1700 bis 1900 Interessierten besucht, berichtete Leiterin Christine Roth. „Die Leute kommen gern hier her.“ Träger der Einrichtung ist die Arbeitsgemeinschaft Nordwest der Deutschen Bibelgesellschaft. Zehn ehrenamtliche Helfer machen es möglich, das Haus regelmäßig zu öffnen.

Aus Anlass des runden Geburtstages hatte das Haus – neben der Ausstellung von Bibeln – unter anderem eine Rallye auf dem Gelände und eine Gartenführung angeboten. Auch war zu einem kleinen Wettbewerb aufgerufen worden: Wer würde die älteste Bibel mitbringen?

Bereits am späten Vormittag führte dies zu einer Überraschung: Prof. Nikolaus Harders (Ganderkesee) und Johannes Witt (Wildeshausen) brachten große Bibeln mit, die beide aus dem Jahr 1668 stammten. Auch Kurioses war zu sehen – etwa das Ergebnis einer Fleißarbeit: Ein Bremer Buchhalter hatte ab 1970 die Bibel mit Schreibmaschine abgeschrieben.