Kampe - In Kampe zog ein Obdachloser umher. Auch am vergangenen Wochenende. Plötzlich tauchte er im Sportlerheim des Sportvereins Kampe auf. Im auf der Bühne nachgestellten leerstehenden Pfarrhaus wollte er sich aufwärmen. Er steckte seine Wäsche in die Waschmaschine und stieg in die Badewanne. Der Talar des verstorbenen Pfarrers musste ihm als Bademantel dienen. Als Freddie ertappt wurde, geriet er unfreiwillig in die Rolle des neuen Pastors. Und damit war das Publikum auch schon mitten drin in der Premiere von „Düvel ok, Herr Paster“.

Mit dieser plattdeutschen Komödie in drei Akten erfreute die neu gegründete St.-Joseph-Spölköppel ut Kampe die Besucher. Das Lustspiel forderte die Lachmuskeln des Publikums immer wieder auf’s Neue. Es war eine mehr als gelungene Premiere. Nicht zuletzt wegen der Verwirrungen um zwei Politiker, die Freddie für ihren Wahlkampf einspannen wollten. Kurz nachdem Landstreicher Freddie Schwarz, gespielt von Dierk Ortmann, auftauchte, diskutieren die Haushälterin des Pfarrhauses, Mathilde Faust (Kerstin Ackermann), und Gemeindediener Harald Kopp (Ludger Kohake), wort- und gestenreich über den verstorbenen Pfarrer und seinen möglichen Nachfolger. Ein rasanter Start ins Stück, das noch mehr an Fahrt gewinnt, als Pauline Maack (Manuela Block), Vorsitzende des örtlichen Hausfrauenvereins, mal wieder im Pfarrhaus vorstellig wird, um sich nach der Besetzung des vakanten Pastorenpostens zu erkundigen.

Bis auf seinen Kumpel Adsche (Alois Beckmann) weiß niemand, dass Schwarz eigentlich nicht der ist, für den er gehalten wird. Da kam Bernhard Mauschel (Johannes Behnken) Bankdirektor, Landtagskandidat und Vorsitzender der „richtigen“ Partei im Ort, und verlangte von Pastor Freddie: „Halt du sie dumm, ich halt sie arm, so ist unser Konto immer warm.“ Die Witwe Josefine Maurer (Siliva Bauer) drängte zur Beerdigung ihres verstorbenen Gatten und will das Sonderangebot des Bestatters „Zwei für Einen“ dafür in Anspruch nehmen.

In allem Durcheinander wird Freddie auch noch von der alten Jungfer Dorothea Kruse (Brigitte Meyer) gedrängt, sie möglichst schnell zu verheiraten.