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NWZonline.de Nachrichten Kultur

STAATSTHEATER: Familienfreundliche Verträge

07.01.2009

OLDENBURG Ein Opernensemble ist kein Basketball-Kader. Aber Künstler und Sportler entwickeln Ähnlichkeiten. Schneller als gewohnt wechseln sie die Arbeitgeber, dienen in einer Spielzeit sogar mehreren Herren. Beim Oldenburgischen Staatstheater lässt sich das verfolgen. Neue Verpflichtungen sowie Wechsel und Ausleihen an andere Häuser stehen an.

Katerina Hebelkova, seit 2005 in Oldenburg, wird aktuell sowohl am Staatstheater als auch beim Landestheater Linz als Ensemblemitglied präsentiert. „Das ist so mit dem Kollegen abgestimmt, wir sind keine direkten Konkurrenten“, sagt Markus Müller, Oldenburgs Generalintendant. Der Kollege an der Donau ist Rainer Mennicken, sein Vorgänger. Er hat die gefragte Mezzosopranistin für die Rollen des Cherubino in Mozarts „Figaro“ und der Rosette in Massenets „Manon“ verpflichtet.

Arbeitstechnisch haben die Theaterleiter das ganz praktisch gelöst. Die 29 Jahre alte Tschechin hat bis zum 15. Februar in Oldenburg unbezahlten Urlaub bekommen. Für zwei Wochen im März und für den April ist das noch einmal so geregelt. So kann Hebelkova in der anderen Zeit weiter Glucks Orphee und in Massenets „Werther“ die Charlotte gestalten. In welchen Rollen sich der Publikumsliebling dann noch in die Oldenburger Herzen singen kann, bleibt offen. „Ihr Vertrag bei uns gilt bis zum Ende der Spielzeit 2010, eine frühere Kündigungsoption hat keiner wahrgenommen“, so Müller. „Zunächst aber hat sie hier alle großen Mezzorollen durch“, ergänzt er. Zu Details des nächsten Spielplans muss er jedoch schweigen.

Denkbar wäre ein „familienfreundlicher Einsatz“, der sich auch als etatschonend charakterisieren lässt. Hebelkovas Mann arbeitet als Eishockeytrainer in Norditalien. Weitere und längere Ausleihen nach Linz brächten die Eltern einer einjährigen Tochter näher zusammen und ließen Oldenburg trotzdem Gestaltungsmöglichkeiten. „Wir besprechen ihre und unsere Wünsche im Februar“, setzt Müller den Rahmen. Intern erfordert der künftige Spielplan schon Verschiebungen im Ensemble. Noch in dieser Spielzeit haben die Oldenburger den Tenor Alexej Kosarev und die Mezzosopranistin Barbara Schmidt-Garden verpflichtet. „Wir mussten die enorme Belastung bei unseren Tenören mindern“, erklärt Müller.

Kosarev wirkte vier Jahre in Freiburg, gastierte auch in Paris und Zürich; er tritt ab 25. Januar in Puccinis „Madama Butterfly“ auf. Schmidt-Garden, sechs Jahre am Münchner Gärtnertor-Theater und Tochter des Leiters des Tölzer Knabenchores, wird mehrere Partien in Rameaus Barockoper „Les Fêtes d’ Hebee“ ausfüllen. Neu zur nächsten Spielzeit kommt Derrick Ballard, ein Spielbass vom Stadttheater Kassel.

Auch Opernensembles wandeln sich schneller. „Lebenslange“ Verträge wie bei Franz Mücksch, Fritz Vitu, Marcia Parks oder gegenwärtig Henry Kiichli werden rar.

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