Cloppenburg - Wie lebten Menschen? Dieser Frage geht das seit 2015 im Museumsdorf Cloppenburg von Cai-Olaf Wilgeroth geleitete Projekt Familiensachen nach. Antworten sollen gebrauchte Haushaltsgegenstände, Elektrogeräte und Möbel geben. Sie haben, oft über Jahrzehnte, in einem der derzeit 15 Millionen Einfamilienhäusern in Deutschland, so Wilgeroth am Donnerstag gegenüber der NWZ , ihren Dienst getan. Eng verbunden damit sind Geschichten. Die handeln von den Lebenszyklen ihrer Besitzer, auch wenn diese verstorben sind. Dann berichten Erben oder Kinder.

Der Projektleiter sammelt diese Geschichten aus dem Alltag. Vielfach spiegeln sie Denk- und Wertmuster wider. Zudem dokumentieren sie als eine Art Zeitzeugen in Wort oder Schrift die Trends ihrer jeweiligen Epoche.

Im Depot lagern etwa Küchenmaschinen neben Badeöfen und Wasserboilern, Tischen, Stühlen und noch viel mehr. Sie stammen aus Haushalts- und Wohnungsauflösungen, aber auch von Sammlern oder von so manchem Dachboden. Dort wurden sie beim Aufräumen entdeckt.

Die im Zuge des Projekts „Familiensachen“ gesammelten Gegenstände lassen darauf schließen, wie ihre Besitzer gelebt haben. Wohnten sie im eigenen Haus oder in einer Mietwohnung? Was galt als unabdingbar, und was war Luxus?

Ab Anfang 2018 sollen die „Familiensachen“ in einer Ausstellung des Museumsdorfes präsentiert werden. Bis dahin will Wilgeroth noch viele Geschichten entdecken.