Rodenkirchen - Eine Farbexplosion und einen Beatsturm erlebte Rodenkirchen am Sonnabend beim ersten Holi-Festival auf dem Marktplatz. Was mit einem Sit-up begann endete mit vielen leeren Plastiktüten, müden Elektro-Fans und hart arbeitenden Waschmaschinen. 2100 Besucher verzeichnete die Holi-Festival Premiere – damit war die Veranstaltung nicht ganz ausverkauft.
Ganz Rodenkirchen erzitterte, aber nicht vor Angst, sondern vor Freude. Denn die Vibrationen der Bässe waren noch einige hundert Meter entfernt vom Party-Gelände zu spüren. Die Beats schallten durch den ganzen Ort und sorgten zum Beispiel auch noch für kostenlose Musik beim Sommerfest der Dorfgemeinschaft Absen in Abserhörne. Immer wieder waren auch skurrile Gestalten in pink zu sehen, die schon vorzeitig das Gelände verlassen hatten, um sich Getränke oder andere Verpflegung günstig im Umfeld zu besorgen. Doch sie hatten Pech, denn wer einmal das Festival verlassen hatte, dem war der erneute Eintritt versperrt.
Grünes, gelbes, blaues und pinkfarbene Puder flog nach vorherigem Countdown jede Stunde in geballter Form durch die Luft und bildete eine große Farbwolke, die am späteren Nachmittag relativ zügig vom Winde verweht wurde. Immerhin blieb die Veranstaltung von den angekündigten Schauern verschont, so dass die Stimmung unter den Holi-Fans prächtig war.
Für Julia aus Ovelgönne war es nicht das erste Holi-Event. Sie war mit ihrer Freundin Anneke da und war auch schon in Oldenburg auf dem dortigen Holi-Festival gewesen. „In Oldenburg ist alles größer, aber das Feeling hier ist genau so toll“, war Julia total begeistert. Auch für die Mitarbeiterinnen des Pflegezentrums Lieken & Bremer war die Party eine tolle Sache. „Das ist so schön, dass muss man einfach ausnutzen“, waren sie sich einig.
Mit ihren Freundinnen feierte Sina Behrmann aus Brake ihren Junggesellenabschied. Die Krankenschwester hatte sich ganz zünftig ein weißes Häubchen aufgesetzt und allen Mitstreiterinnen eine OP-Maske spendiert. „Die Party ist total gut und die Musik gefällt uns“, freute sich die Braut, die am 31. Juli heiratet.
In jede Ritze krochen die feinen Farbpartikel, der ganze Platz war überzogen mit einer Staubwolke. Nach jedem weiteren Farbrausch wurden die Teilnehmer bunter und bepuderter, wobei das Pink am besten haftete. Zwei Mal wurde auch die Bühne mit den DJs und den empfindlichen Musik-Tables von dem Farben umhüllt. Dort stand allerdings auch ein Druckluftgerät bereits, was die Farbpartikel schnell wieder entfernte. Einige Party-Gäste hatten offenbar die Hoffnung aufgegeben, die Lebensmittelfarbe jemals aus ihren Klamotten rauswaschen zu können.
Beim benachbarten Supermarkt steckten einige Kleidungsstücke plus Schuhwerk im Mülleimer. Dort wurden auch etliche Jugendliche von ihren Eltern aufgesammelt. Man konnte sie in Schutzanzügen ins Auto steigen sehen. Viele Außenstehende äußerten sich sehr positiv über die Veranstaltung und freuten sich, dass in Rodenkirchen ein solches Event für junge Leute angeboten wird. „Cool“, „Toll“ und „Geil“ lautete das Echo nach dem Holi-Festival auch in einigen sozialen Netzwerken.
