NWZ
umgehört, wie ernst die Fastenzeit genommen wird und worauf Bürger jetzt verzichten.„Ich habe mir vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören und weniger Alkohol zu trinken“, sagt der 26-Jährige Matthias Elsen aus Bösel. Es seien ja nur ein paar Wochen im Jahr, in denen man auf etwas verzichten solle. „Von daher denke ich, dass ich es schaffen werde“, sagt der Böseler.
Fasten in der Kindheit
Etwas gelassener geht der Böseler Arthur Kasperczysk die Fastenzeit an. Er selbst halte das Fasten allerdings nur an zwei Tagen für wichtig: „An Aschermittwoch und Karfreitag faste ich. In der Zwischenzeit nicht“. An ihre Kinderstube erinnert sich Kerstin Thölking beim Thema Fasten: „Als Kind gab es zu Karneval viele Süßigkeiten, die noch schnell bis Aschermittwoch aufgegessen werden mussten. Während der Fastenzeit durften keine gegessen werden und an Ostern waren die Süßigkeiten abgelaufen.“ An seine Kindheit erinnert sich auch Thomas Willenborg zurück, denn „früher ist man damit aufgewachsen, dass gefastet wurde. Heute mache ich dies nicht mehr. Man könnte mit Sicherheit auf etwas verzichten, aber die Versuchung, rückfällig zu werden, ist zu groß“, erklärt der 24-Jährige schmunzelnd.
Für den Böseler Josef Kunert gibt es auch keinen Grund, etwas an seinem Verhalten zu verändern. „Für mich läuft die Zeit weiter. Früher wurde darauf mehr geachtet, aber die Zeiten haben sich geändert“.
„Esse keine Chips“
Ulla Kleymann kann auch ohne die süßen Leckereien: „Auf Süßigkeiten verzichte ich ohnehin das ganze Jahr schon.“ Die 13-jährige Anelene Sprock aus Petersdorf hält sich ebenso daran: „Ich esse zur Zeit kein Nutella und keine Chips.“ Auch in den Katholischen Kindergärten spielt die Fastenzeit eine Rolle: „Wir bereiten das Thema auf und sprechen mit den Kindern darüber“, sagt Ursula Peters, Leiterin des St.-Anna-Kindergartens in Bösel. Auch bei den Gruppen des Kindergartens St.-Raphael ist das Fasten ein Thema. „Täglich darf im Morgenkreis ein Kind ein Kästchen des Fastenkreuzes ausmalen“, sagt die stellvertretende Kindergartenleiterin Helga Hespe und ergänzt, dass sich derzeit alle Gruppen mit dem Thema befassen würden. Schließlich sei die Fastenzeit eine wichtige Zeit.
