Zetel - „Seit meiner Kindheit bin ich von der Welt der Schausteller fasziniert“, sagt Bernd Fahrenhorst. Sein Großvater hat das Gasthaus „Amerika“ in Ruttel betrieben und war mit einem Ausschankbetrieb auf den Märkten in Bockhorn, Neuenburg und Zetel unterwegs. „Meine Mutter musste helfen, und ich war auch immer dabei“, sagt der 67-Jährige.
„Als Kinder haben wir zwei D-Mark zum Zeteler Markt mitgekriegt, und die meiste Zeit haben wir an der Meerschweinchenbude rumgestanden. Wir waren immer glücklich, wenn wir einen Preis gewonnen haben, den wir der Mutter schenken konnten. Einmal haben wir eine Stubenuhr gewonnen, die hing noch jahrelang im Haus.“
Als er mit 16 Jahren seine Ausbildung zum Elektromaschinenbauer begann, war Bernd Fahrenhorst gerade mal ein halbes Jahr dabei, und der Zeteler Markt stand an. Bei einer Raupenbahn war der Laugenanlasser des Schleifringmotors kaputt – sowas gibt es heute gar nicht mehr. Und Bernd Fahrenhorst hatte die Ehre, den Anlasser für die Bahn zu reparieren. „Dafür habe ich fünf D-Mark bekommen. Das war damals viel Geld“, erzählt er.
Einmal, als junger Mann, hat Bernd Fahrenhorst an einer Schießbude ein Bündel Pfeifenreiniger gewonnen, und es später einem Mädchen geschenkt, das er beim Zeteler Markt bei Wilkenjohanns traf. Das Mädchen wurde später seine Frau.
Als er dann 1996 in den Rat der Gemeinde Zetel gewählt wurde, ist er gleich von Anfang an Mitglied des Marktausschusses geworden. „Das ist einfach mein Ding“, sagt Bernd Fahrenhorst. Zwanzig Jahre lang war er im Marktauschuss und hat sich für den Zeteler Markt eingesetzt, die vergangenen fünf Jahre war er der Vorsitzende des Ausschusses.
Er hat jahrelang Schausteller eingewiesen und betreut, Marktmeister Olaf Oetken bei allen möglichen Vorbereitungen geholfen und die ganze Organisation im Blick gehabt. Ab November ist er nicht mehr im Rat der Gemeinde Zetel. Bernd Fahrenhorst hatte sich auf den letzten Platz der CDU-Liste setzen lassen, um den Weg frei für jüngere Kandidaten zu machen. Diesen Zeteler Markt wird er noch organisieren, danach ist Bernd Fahrenhorst nur noch ein Besucher.
Die Meerschweinchenbude gibt es schon lange nicht mehr, und auch sonst hat sich vieles auf dem Zeteler Markt verändert. „Da ist immer mehr High-Tech“, sagt Bernd Fahrenhorst.
Mit dem Zeteler Marktausschuss hat er im Juli einen Ausflug zum historischen Jahrmarkt in Cloppenburg unternommen. „Da konnten wir uns auch die Technik der alten Fahrgeschäfte von unten ansehen“, sagt er. Und da war er wieder: der Schleifringmotor mit Laugenanlasser.
