Sande - „Dietmar, hast du abgeschaltet? Es geht nichts mehr hier.“ „Ich hab das gleich.“ Quer durch den Raum schallt dieser kurze Dialog. Ärgerlich für Bernd Molnar, Vorsitzender der Sander Modelleisenbahner, aber kein wirkliches Problem. Schnell hat er den Zug gefunden, der den Stillstand der gesamten Anlage verursacht hat, und den Schaden behoben. „Das kommt immer mal wieder vor, aber wir kennen unsere Anlage“, lautet sein Kommentar.

Wieder einmal haben die Sander Eisenbahner ihre 700 Quadratmeter große Halle für die Öffentlichkeit geöffnet. Hunderte Besucher aus der gesamten Region begeben sich mit leuchtenden Augen in die faszinierende Miniaturwelt der Bastler und Eisenbahnbauer.

Von der historischen Dampflok bis zum modernen Zug bieten sie alles, was auf Spur 0 und Spur I fahren kann. Und dazu haben sie in den vergangenen 25 Jahren liebevoll gestaltete Landschaften gebaut, die den kleinen Zügen erst die richtige Bühne bieten, um entsprechend zur Geltung zu kommen.

„Sichtbar Neues haben wir in diesem Jahr nicht zu bieten“, sagt Bernd Molnar. „Wir haben hauptsächlich daran gearbeitet, die Technik der Steuerung zu verbessern und sie auf digitale Technik umzustellen. Aber es gibt nicht nur auf der Strecke, sondern auch daneben viel zu entdecken.“

Und wer neben dem großen Schloss und den beeindruckenden Landschaften den Blick aufs Detail wirft, kann da tatsächlich einiges neben der Schiene entdecken. Von Arbeitsszenen aus vergangenen Zeiten, in denen Güter am Bahnhof verladen werden, über Straßenszenen neben den Gleisen bis hin zum Rotlichtmilieu, das schon traditionell in Bahnhofsnähe gehört. „An dem Wohnwagen mit dem blinkenden Herzen bin ich in früheren Jahren bei Oldenburg regelmäßig vorbeigefahren und hab ihn dann nachgebaut“, erzählt Molnar.

Regelmäßiger Besucher ist Peter Tammen aus Wilhelmshaven mit seinen Enkeln Damian und Niklas. Er versucht, seine Enkel mit der Begeisterung für Eisenbahnen anzustecken. Beim großen ist ihm das schon gelungen. Der kleinere begeistert sich mehr für Fußball. Das ist für den Opa aber auch in Ordnung.

Wer den Termin der Modellbahner verpasst hat, kann die Anlage noch einmal am dritten Adventssonntag, 1. Dezember, von 10 bis 17 Uhr sehen. Die Anlage steht in der Halle an der Breslauer Straße. Für das leibliche Wohl wird in der Caféteria gesorgt.