Venedig - Auf den ersten Blick ist da viel Deutsches: ein monumentales Gebäude, das an das „Dritte Reich“ erinnert, Dobermänner vor der Tür und der Titel „Faust“. Die Frankfurter Künstlerin Anne Imhof zeigt im deutschen Pavillon auf der Kunst-Biennale in Venedig eine etwa fünf Stunden lange Performance.

Allein das ist schon eine Ansage gegen die Schnelllebigkeit der Zeit. Und es ist ein Kontrast zu den vielen Arbeiten auf der diesjährigen Biennale, die schön anzusehen sind. Im deutschen Pavillon gibt es dagegen harte Kost. Unter der Überschrift „Faust“ spielt die 39-Jährige mit den Themen Macht und Ohnmacht, Willkür und Gewalt, Widerstand und Freiheit.

Durch das Gebäude wurden dicke Glasböden gezogen, Hunde stehen in einem Zwinger vor dem Pavillon. Es gehe unter anderem um das Gefühl, in der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein oder nicht, sagte die Kuratorin Susanne Pfeffer vom Fridericianum in Kassel am Mittwoch vor der Eröffnung des Pavillons durch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD). Ein Team von etwa 40 Menschen ist an der Performance beteiligt.

Die 57. Biennale, eine der wichtigsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, öffnet für das Publikum am Samstag und dauert bis 26. November. In der Hauptausstellung mit dem Motto „Viva Arte Viva“ sind rund 120 Künstler vertreten. Hinzu kommen mehr als 80 nationale Pavillons.