FEDDERWARDERSIEL - Noch gehören sie zu den Attraktionen im Nationalparkhaus und Museum in Fedderwardersiel. Doch die fünf kräftigen Jungkatzenhaie werden dort bald nicht mehr zu bewundern sein. Weil ihr Aquarium nicht mit ihnen mitwachsen kann, müssen die fünf „Rabauken“ Ende des Jahres ausziehen. Die Haie werden auf die anderen Nationalparkhäuser an der Nordseeküste verteilt.

Ihre Geschichte begann bereits Mitte 2010, als dem Fedderwardersieler Fischer Manfred Wefer vor der Vogelinsel Mellum ein 60 Zentimeter großes Katzenhai-Weibchen ins Netz ging. Das brachte er ins Nationalparkhaus am Sieler Kutterhafen. 16 Eier, davon fünf befruchtete, laichte das Katzenhai-Weibchen im Aquarium des Nationalparkhauses ab.

Um die Eier zu schützen, setzte Birgit Haack, die das Aquarium betreut, sie in ein eigenes Becken und befestigte sie dort an einem speziellen Aufzuchtgitter. Anfang 2011 schlüpften die fünf kleinen Katzenhaie.

Es handelt sich um kleingefleckte Katzenhaie, denn die Katzenhaie sind eine sehr große Familie der Grundhaie, die aus fünfzehn Gattungen mit 146 Arten besteht. Ihren Namen verdanken sie den großen Augen, die mit ihren länglichen Pupillen an die Augen von Katzen erinnern. Die kleingefleckten Katzenhaie leben im Mittelmeer, in der Nordsee und an der Westküste Nordafrikas. Sie können bis zu einen Meter lang werden, ihre durchschnittlichen Länge beträgt zwischen 60 und 80 Zentimeter.

Einige Wochen lang war die „Ankunft“ der Katzenhai-Babys im Aquarium des Fedderwardersieler Nationalparkhauses geheim gehalten worden. Zu groß wäre der Stress gewesen, hätte man den Nachwuchs gleich mit vielen Besuchern konfrontiert. „Die Vorsicht hat sich gelohnt. Alle fünf Haie haben sich prächtig entwickelt und sind nun mehr als doppelt so lang wie bei ihrem Schlupf“, freut sich die scheidende Leiterin des Nationalparkhauses, Dr. Johanna Prinz.

Jeder der Haie hat Adoptiveltern in anderen Nationalpark-Häusern gefunden und wird dort bereits freudig erwartet. Wer sich von den kleinen Haien verabschieden möchte, hat noch bis einschließlich 6. November (täglich 10 bis 18 Uhr) Gelegenheit. Danach schließt das Nationalparkhaus und Museum für die Winterpause.