FEDDERWARDERSIEL - „Die Stadt Nordenham lässt dem Nordenhamer Museum einen großen Batzen zukommen. Das Nordenhamer Museum hat viel weniger Besucher als unser Haus. Was der Stadt ihr Stadtmuseum wert ist, das sollte der Gemeinde Butjadingen auch dieses Museum in Fedderwardersiel wert sein.“

Das sagte Dr. Marlene Laturnus, Vorsitzende des Förderkreises, Donnerstagabend im Seminarraum des Hauses dem hier tagenden Gemeinderatsausschuss für Familie, Sport und Kultur.

Der Förderkreis trägt das Nationalparkhaus Museum Butjadingen in Fedderwardersiel. Vorsitzende Laturnus bat den anwesenden Bürgermeister Rolf Blumenberg und die weiteren Ratsmitglieder darum, dass die Gemeinde aus dem Konjunkturpaket von Bund und Ländern Gelder für das Museum in Fedderwardersiel beantragt.

Rat hat entschieden

Wie berichtet, hat der Gemeinderat bereits über die Verwendung von 260 000 Euro aus dem Konjunkturpaket entschieden und dies in den einstimmig beschlossenen Gemeindehaushalt 2009 aufgenommen. Das Geld soll für Sportanlagen in Burhave, Stollhamm, Tossens und Waddens sowie für die Grundschule in Burhave verwendet werden.

Marlene Laturnus sagte Donnerstagabend, das Museum sei auch ein außerschulischer Lernort. Sicherlich könnten Mittel aus dem Konjunkturpaket für eine energetische Sanierung gewonnen werden. Das Haus in Fedderwardersiel habe 2008 im Vergleich zum Vorjahr 5000 Euro Mehraufwand für Energiekosten tragen müssen.

Die Vorsitzende des Förderkreises sagte weiter, die Kombination des Hauses mit der Darstellung der Wechselwirkungen zwischen Natur und Kultur habe dem Museum in Fedderwardersiel ein Alleinstellungsmerkmal, hohe Attraktivität und hohe Besucherzahlen beschert.

Leider seien die Besucherzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen und in der Folge auch die Einnahmen. Die Dauerausstellung bestehe seit nunmehr 15 Jahren. Sie müsse erneuert, modernisiert und erweitert werden. „Dazu gehören Geld und Personal. Dafür haben wir ein Konzept entwickelt.“

Historisches Gebäude

Darüber hinaus ist das historische Gebäude laut Marlene Laturnus sanierungs- und reparaturbedürftig. Es gebe feuchte Wände, dicke Risse in Wänden.

In dem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahre 1846 residierte einmal das Steueramt des Großherzogtums Oldenburg.

Der Vertrag über die Trägerschaft mit der Gemeinde sei 15 oder 20 Jahre alt. Laturnus: „Dieser Vertrag muss auf völlig neue Füße gestellt werden.“

Museumsleiterin Gabriele Speckels ergänzte, das Haus zähle jährlich etwa 16 000 Besucher. 2008 seien sogar 1000 mehr gekommen als im Jahr zuvor. Als Nationalparkhaus müsse verstärkt auf Qualität geachtet werden. Dazu gehöre auch Barrierefreiheit. Speckels: „Wir müssen gut mithalten können.“

Auf die Frage nach der finanziellen Beteiligung der Gemeinde sagte Marlene Laturnus, die Gemeinde zahle 5000 Euro jährlich. Davon 2000 Euro wende das Museum aber für die öffentliche Toilette am Haus auf. Somit blieben lediglich 3000 Euro. Aber die Gemeinde stelle das Gebäude zur Verfügung und nehme dem Förderkreis Verwaltungsarbeiten ab.

In den Finanzausschuss

Ausschussmitglied Peter Beyer (SPD) sagte, darüber müsse in erster Linie nicht dieser Kulturausschuss, sondern der Finanzausschuss beraten. „Das überrascht uns einigermaßen, dass das Museum in den Maßnahmenkatalog des Konjunkturpakets aufgenommen werden soll, weil dieses Paket im Finanzausschuss und Gemeinderat schon abgehakt worden ist.“

Der Ausschuss erzielte Einvernehmen, dass die Gemeindeverwaltung nun Möglichkeiten ausloten soll und der Finanzausschuss beraten soll.