FEDDERWARDERSIEL - „Sie liebt die Farbe und bringt uns damit Freude in den grauen Alltag. Ihre Kunst ist offen und spricht jedermann an“, sagte Michael Henneberg. Die Laudatio des stellvertretenden Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft galt Bärbel Deharde. Die Tossenser Künstlerin ist die Gewinnerin 210 der Goldenen Krabbe, des Kunst- und Kulturpreises der Gemeinde Butjadingen.

Dessen Verleihung durch Bürgermeister Rolf Blumenberg bildete den krönenden Abschluss der offiziellen Eröffnung der Butjadinger Kunst- und Kulturwochen „Gezeiten“ am Sonnabendmorgen im Nationalparkhaus und Museum in Fedderwardersiel. Mit dem Preis, der mit 1000 Euro dotiert ist, wurde auf Beschluss des Goldene-Krabbe-Arbeitskreis diesmal ein künstlerisches Lebenswerk gewürdigt.

Bärbel Deharde sei eine der produktivsten Künstlerinnen im Oldenburger Land. Mit großem Einsatz habe sie sich immer wieder mit dem Lebensraum am Meer mit seiner einmaligen Kultur- und Naturlandschaft auseinandergesetzt, so Michael Henneberg in seiner Laudatio..

Ein weiteres wichtiges Anliegen von Bärbel Deharde sei, Geschichte erlebbar und unsichtbare Sehenswürdigkeiten sichtbar zu machen. Dies sei ihr, zum Teil in Zusammenarbeit mit der Musikerin Ute Extra, sehr gelungen, machte Michael Henneberg am Beispiel einiger Werke von Bärbel Deharde wie das Gesamtkunstwerk „Hypatias Töchter“ deutlich.

Der stellvertretende Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft bescheinigte der Tossenser Künstlerin auch ein literarisches und lyrisches Talent, was sogar vielen Kulturfreunden aber gar nicht bekannt sei.

Als sie die Nachricht bekommen hat, habe sich sehr gefreut, berichtete Bärbel Deharde. Sie habe aber auch einen Schreck bekommen: Lebenswerk – sollte jetzt alles zu Ende sein oder dürfe sich noch weitermachen? „Wir hoffen, dass uns Bärbel Deharde noch lang mit Kunst und Kultur erfreut“, gab Bürgermeister Rolf Blumenberg eine deutliche Antwort.

wurde 1950 in Sanderbusch geboren. Sie studierte von 1976 bis 1979 an der Hochschule Bremen und von 1983 bis 1989 an der Universität Oldenburg. Nach Abschluss ihres Kunststudiums zeigte sie ihre Werke bei zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Frankreich, Italien und den USA. Neben der Malerei sind Objekte mit Schlick aus dem Wattenmeer sowie Stahlskulpturen und Installationen im öffentlichen Raum die Arbeitsschwerpunkte von Bärbel Deharde, die Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler ist. Ab dem Jahr 2000 beschäftigt sich die Tossenser Künstlerin insbesondere mit interdisziplinären Projekten wie „Unsichtbare Sehenswürdigkeiten in der Wesermarsch“ und „Vertellstöhl – Hörstühle“.