FEDDERWARDERSIEL - Das Nationalparkhaus und Museum in Fedderwardersiel muss und will wachsen. Dringend müssen der Seminarraum erweitert und neue Räume errichtet werden. Damit will sich das Haus weiterentwickeln und erneuern. Dies sind auch Forderungen der Nationalpark-Verwaltung und des Museumsverbandes Niedersachsen/Bremen, von dem das Museum im vergangenen Jahr ein Zertifikat erhalten hatte. Die prestigeträchtige Auszeichnung ist aber nur vorläufig verliehen worden und kann vielleicht entzogen werden, wenn sich im Museum nichts tut.
Bei der Jahreshauptversammlung des Förderkreises am Freitag berichtete Museumsleiterin Gabriele Speckels den 25 anwesenden Mitgliedern von diesen Notwendigkeiten und dem weiteren Vorgehen. Notwendig sei vor allem, mehr Platz zu schaffen für Ausstellungen, Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Seminare. Der Seminarraum sei zu klein, und die Nutzer behinderten sich gegenseitig, bestätigte auch die Vorsitzende des Förderkreises, Dr. Marlene Laturnus.
Weil die Verwaltung des Nationalparks fordere, den Nationalpark mehr herauszustellen und weil das Interesse der Besucher an Landschaftsentwicklung und Küstenschutz sehr groß sei, führe kein Weg an einer Erweiterung vorbei, ist die Museumsleiterin überzeugt. Außerdem wünscht sie sich einen kleinen, aber dringend benötigten Anbau für das Magazin.
Allein für die Vorplanungen seien drei Förderanträge gestellt worden, teilte Gabriele Speckels mit. Sollten sie bewilligt werden – und das sehe zurzeit gut aus –, könnten die Planungen beginnen. Das bedeute aber nicht zwangsläufig, dass auch gebaut werde. Die erste Phase des Projektes sei notwendig, um zu sehen, was gemacht werden müsse, was möglich sei und wie teuer es wird. Nur wenn das Projekt zu 100 Prozent von Zuschüssen getragen werde, wird auch gebaut, machten Speckels und Laturnus deutlich. Der Förderkreis werde kein Geld beisteuern.
Positiv war nach den Worten von Gabriele Speckels und Marlene Laturnus, dass der Besucherschwund der vergangenen zehn Jahre gestoppt wurde. In 2007 wurden 15 861 Besucher gezählt. Auch finanziell hat sich die Situation des Förderkreises verbessert. Seit März sei die Doppelbelastung durch die Gehaltszahlungen an Gabriele Speckels und an den bis dahin in Altersteilzeit befindlichen ehemaligen Museumsleiter ausgelaufen. Gabriele Speckels sagte, dass die acht nicht fest angestellten Mitarbeiter ebenso wie die ehrenamtlichen Helfer unverzichtbar sind.
Im vergangenen Jahr wurde einiges in der Didaktik des Museums getan. Neue Konzepte wurden erarbeitet, Ausstellungsbereiche und Lehrpläne der Grundschulen verknüpft. Ein Problem ist, dass der Zahn der Zeit an den Exponaten nagt. So versagten bei den ausgestellten Vögeln beispielsweise die Stimmen oder das Flutmodell falle aus. Hier müsse dringend Abhilfe geschaffen werden, mahnte Gabriele Speckels.
Erneuert wird das Design des Museums und aller Werbemittel. Mehr Flyer und Plakate und ein verbesserter Internetauftritt sollen das Museum bekannter machen. Dabei soll alles wie aus einem Guss wirken und für einen Wiedererkennungswert sorgen.
Die Butjadinger Gästeführer betreuten im vergangenen Jahr insgesamt 18 900 Gäste – im Museum und außerhalb. Einige Gästeführer hätten sich auf die Begleitung von Busgesellschaften oder Radgruppen spezialisiert, berichtete Heike Martens, Vorsitzende des Arbeitskreises Gästeführer.
