FEDDERWARDERSIEL - Mit Ohr- und Wattwürmern sowie mit der Wurtenbesiedlung beschäftigen sich die nächsten beiden Veranstaltungen im Museum und Nationalparkhaus in Fedderwardersiel.
Bild- und Klangwelten werden am Sonntag, 11. April, ab 15 Uhr bei einem Nachmittag der besonderen Art geboten. Schüler aus dem „Haus der Musik“ in Schweiburg spielen Klassiker der E- und U- Musik. Untermalt von den Klavier-, Geigen- und Flötenklängen wird Rüdiger von Lemm, Leiter der Nationalparkerlebnisstation Sehestedt und Fotoingenieur, Bilder zum Weltnaturerbe Wattenmeer zeigen. Bei freiem Eintritt können die Gäste zudem die Sonderausstellung „Hermann Onken – Seefahrer, Lebensretter und lebende Legende“ besuchen.
Ausgrabungsprojekt
Über neue Ergebnisse zur Wurtenbesiedlung wird Professor Dr. Peter Schmidt am Dienstag, 13. April, ab 19.30 Uhr im Museum und Nationalparkhaus referieren. Mit seinem Vortragsthema widmet sich der langjährige Leiter des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung dem bekannten Ausgrabungsprojekt Feddersen Wierde (Kreis Cuxhaven), zu dem inzwischen neue Ergebnisse vorliegen.
Die vollständige Ausgrabung eines vom 1. bis 5. Jahrhunderts nach Christus bestehenden Wurtendorfes auf der Feddersen Wierde zeigte erstmalig die Siedlungs- und Wirtschaftsweise jener Zeit im Marschgebiet. Mit dem Zusammenschluss mehrerer bäuerlicher Wirtschaftsbetriebe sowie Hallengebäuden, Speicher- und Werkstattvierteln entstand ein „Herrenhof“ im Dorf. Seine Bewohner organisierten als Angehörige einer ländlichen Oberschicht das Wirtschaftsleben, in dem sich neben der vorherrschenden Landwirtschaft unterschiedliche handwerkliche Aktivitäten und Handelsverbindungen entwickelten.
Römisches Fundgut
Dabei konnte ein breites Spektrum an römischen Fundgegenständen Hinweise auf den Fernhandel geben. Nach neueren Erkenntnissen wird angenommen, dass römisches Fundgut im Rahmen politisch begründeter Geschenke, als Soldzahlung an germanische, in römischen Diensten stehende Krieger oder aber als Beutegut auf die Feddersen Wierde gelangt sein könnte.
Noch im April lädt das Nationalparkhaus zu einem weiteren Vortrag ein: Professorin Dr. Christine Aka von der Universität Regensburg/Münster stellt am 27. April ab 19.30 Uhr die jüngsten Ergebnisse eines Forschungsprojektes in Zusammenarbeit mit dem Museumsdorf Cloppenburg vor: „Bauern, Kirchen, Friedhöfe – Sachkultur und bäuerliches Selbstbewusstsein in der Wesermarsch“ (17. bis 19. Jahrhundert) lautet dann das Vortragsthema.
