FEDDERWARDERSIEL - „Bürgermeister Rolf Blumenberg und ich waren sprachlos, als Dr. Johanna Prinz uns ihre Entscheidung mitgeteilt hat“, berichtete Gemeindevertreter Joachim Wulf. Die 33-jährige Biologin wird ihren Ende des Jahres auslaufenden, zunächst auf ein Jahr befristeten Vertrag als Leiterin des Nationalparkhauses und Museums in Fedderwardersiel nicht verlängern.

Die anstehende Verlängerung ihres Vertrages, die sowohl von der Gemeinde Butjadingen – sie ist Eigentümer des Haues – als Arbeitgeber als auch vom Förderkreis Museum Butjadingen gewünscht wurde, sei für sie der Anlass gewesen, nicht nur ihre beruflichen, sondern auch ihre privaten Wünsche auf den Prüfstand zu stellen. „Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, meinen persönlichen Lebensmittelpunkt im nächsten Jahr nach Lübeck zu verlegen“, begründete Johanna Prinz ihre Entscheidung.

Wenn sie Ende des Jahres gehe, werde sie auf eine wunderbare Zeit in Butjadingen zurückblicken und viele gute Erinnerungen mitnehmen, machte die scheidende Leiterin das Nationalparkhauses und Museums deutlich. Sie sei mit ihrer Tätigkeit in Fedderwardersiel sehr zufrieden, zumal alles wunderbar funktioniere und die Zusammenarbeit nicht nur mit dem Hausteam außerordentlich gut sein.

Erfreut zeigte sich Johanna Prinz darüber, dass es in diesem Jahr gelungen sei, die beiden Zweige – Nationalparkhaus und Regionalmuseum – erfolgreich zusammenzuführen. Damit sei eine Einrichtung entstanden, die Natur und Kultur verbindet und vermittelt, wobei auch die Vernetzung mit dem Tourismus sehr gut geklappt habe. Das Nationalparkhaus und Museum in Fedderwardersiel habe damit auf lange Sicht eine gute Perspektive.

Die Gemeinde und der Förderkreis hätte die Zusammenarbeit mit Johanna Prinz gern langfristig fortgesetzt, zumal sie auch Dank ihrer Vielseitigkeit und kommunikativen Art sehr gute Arbeit geleistet habe, machte Joachim Wulf deutlich. Die ausschließlich privaten Gründe für die Beendigung ihrer Tätigkeit müsse man aber akzeptieren.

Die Leiterstelle im Nationalparkhaus und Museum ist bereits neu ausgeschrieben, zumal die Neuauflage der Förderrichtlinie des Landes das haus für mehrere Jahre absichere. Es sei zwar noch nicht endgültig beschlossen, aber nach derzeitigem Stand werde das Land das Nationalparkhaus und Museum in Fedderwardersiel in den kommenden fünf Jahren mit jährlich 60 000 Euro (bislang 55 000 Euro) fördern. Die Bewerbungsfrist um die Nachfolge von Johanna Prinz, die in Lübeck im Bereich Umweltbildung tätig bleiben möchte, endet Mitte Oktober.