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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kunst: Feinste Engel und lange Gestalten

04.12.2010

NORDENHAM Zu den geheimnisvollen Republiken des südlichen Kaukasus gehört Armenien. Dem Kunstverein Nordenham ist es gelungen, einen Künstler aus diesem Land für eine Ausstellung zu gewinnen, der zwar schon 20 Jahre in Frankfurt am Main lebt, aber oft nach Yerevan (Eriwan) zurückkehrt und so die Verbindung zu seiner Heimat nicht abreißen lässt.

Kamo Tumasyans Malerei in der Ausstellung „Figuren“ hat viel vom Westen aufgenommen. Flächen mit den Grundfarben dominieren in Kompositionen, die trotz dieses abstrahierenden Ansatzes von figurativen Formen bestimmt werden. Langgestreckte, fast körperlose Gestalten umrahmen die Farbflächen, dunkle, unterschiedlich starke Linien umfahren sowohl die Körper wie die großen Flächen. Gerade diese Neigung zur Düsternis mag ein Relikt aus alter Zeit sein.

Die Ausstellung „Figuren“ von Kamo Tumasyan“ ist im Kunstverein Nordenham in der Poststraße 4 noch bis zum 9. Januar 2011 zu sehen.

Der vorweihnachtlichen Stimmung entspricht die Ausstellung in der Galerie Dötlingen von Ölbildern der Malerin Beate Reinsch (Huntlosen) und der Holz-Skulpturen von Richard Stickel (Melle). Diese zeigen Engelsmotive mit schmalen Körpern und weit aufgespannten Flügeln, an denen die Feinarbeit der Höhlung und Glättung von Holzflächen besonders gut sichtbar wird.

Richard Stickel wählt Hölzer, in denen er die From eines Engels schon vor dem Arbeitsbeginn spürt. Die Bilder von Beate Reinsch greifen Motive der Natur und des Himmels auf. Sie sind menschenleer, von gedämpfter Farbigkeit, mit vielen sanft differenzierten Tönen.

Die Dichte der zuweilen mehrfach geschichteten Farbflächen entsteht durch unmittelbares Auftragen mit den Fingern und entwickelt eine Atmosphäre, zu der eben Engel passen. Die Ausstellung „dem Himmel so nah“ ist in der Galerie im Hoyerhaus (Rittrumer Kirchweg 4) noch bis zum 19. Dezember zu sehen.

Im Mittelpunkt der neuen Grafik-Ausstellung „Printed !“ in der Huder Galerie am Stall stehen die Linolschnitte von Diether Ritzert (1927–1987). Dieser Künstler, der seine Basis im Rhein-Main-Gebiet hatte, wird im Nordwesten das erste Mal vorgestellt. Seine Kompositionen zeigen abstrahierte Akte mit ausgeprägten Volumina auf einer amorphen Grundfläche, sodass der Bezug zum Menschen schwindet und der zur Natur etwa zu Steinen wächst.

Die Drucke werden zum Zeichen der Natur-Mensch- Einheit. Weitere Teilnehmer der Ausstellung sind Ida Oelke mit Farbholzschnitten, die kubistisch anmutende Köpfe und Figuren zeigen, Janet Curley Cannon mit Décollage- Motiven, die anders als in der alten Pariser Tradition im Computer aneinander gefügt wurden, Hans Berthold Giebel mit Radierungen seiner Paris-Besuche und Andrey Gradetchliev mit Zeichnungen, die mittels Computer vergrößert werden und eine witzige und zugleich eindrucksvolle Reihe von Menschentypen ergeben.

Die sehenswerte Ausstellung „Printed !“ ist in der Galerie am Stall (Am Ebenesch 4 ) noch bis zum 12. Dezember zu besichtigen. Eine Finissage findet am 12. Dezember ab 14 Uhr statt.

In einer umfangreichen Ausstellung wird jetzt im Palais Rastede an die Malerin Paula Sedana Schiff-Magnussen (1871–1962) erinnert, die in Elsfleth geboren wurde. Erst mit 25 Jahren erhielt sie die Erlaubnis und Unterstützung ihres wohlhabenden Vaters, tatsächlich Kunst zu studieren.

Sie begann ihren Weg in Worpswede, wo sie Paula Modersohn-Becker, Rilke und Clara Westhoff kennenlernte. Wie diese ging sie um 1900 herum dann nach Paris. Wenige Jahre später freundete sie sich mit der Oldenburger Malerin Emma Ritter an, lernte Karl Schmidt-Rottluff kennen und fand nach ihrem Studium in Berlin schließlich Anschluss bei den Expressionisten. Sie gab aber ihre traditionelle Malweise nie auf und bevorzugte das sachliche Porträt, insbesondere von Frauen ihrer Umgebung.

Diese Ausstellung belegt an einer Auswahl aus dem Nachlass, der in Mülheim lagert, wohin sie nach dem Zweiten Weltkrieg gezogen war, dass das Bildnis ihre besondere Stärke war.

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