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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Festival endet mit Schlammschlacht

25.06.2012

SCHEEßEL Als die Bands Twin Shadow, We are Augustines und Mutter am Sonntagmittag den letzten Festivaltag einläuten, gelingt es ihnen kaum, bei den Fans Stimmung aufkommen zu lassen. Schuld daran hatten aber nicht die Musiker, sondern das Wetter. In der Nacht hatte es zu regnen begonnen, und es hörte erst gegen Abend wieder auf.

Nur wenige waren da in der Stimmung, vor den Bühnen zu tanzen. Doch schon bald hatten die Festivalbesucher sich an das Wetter angepasst – oder daran gewöhnt. Viele trugen Gummistiefel und hatten sich mit Regencapes versorgt, die Sponsoren des Festivals kostenlos verteilen ließen. Andere Fans tanzten einfach nass bis auf die Knochen zur Musik von Bands wie Zebrahead, Lagwaggon oder Die Antwoord. Als Die Ärzte als letzte Band auf der Bühne standen, war die Schlammschlacht perfekt. Insgesamt war die Stimmung während der ganzen Veranstaltung sehr gut.

Das Festival war den Veranstaltern zufolge ein voller Erfolg. „Wir haben erstmals die volle Kapazität erreicht“, sagte Folkert Koopmanns, Geschäftsführer des Veranstalters FKP Scorpio. Das Festivalgelände auf dem Eichenring in Scheeßel ist für 73 000 Besucher zugelassen. Dazu kamen Mitarbeiter, Polizisten, Sanitäter, Bandmitglieder und geladene Gäste. Der Sprecher der Polizei Rotenburg, Detlev Kaldinski, schätzte, dass insgesamt fast 80 000 Menschen beim „Hurricane“ waren.

„Es war eines der friedlichsten Festivals“, sagte Dirk Behrens von der Feuerwehr Scheeßel. Es habe bis Sonntagnachmittag sieben Brandeinsätze und drei technische Hilfestellungen gegeben. Allerdings sei während der Abreise noch mit Bränden zu rechnen. Viele Festivalbesucher verbrennen dann ihren Müll und oft auch das Zelt.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Festivalverlauf. DRK-Sprecher Dr. Fritz Caliebe berichtete, dass 130 Menschen ins Krankenhaus gebracht werden mussten – deutlich weniger als Vorjahr. Außerdem hätten die Sanitäter bis Sonntagnachmittag rund 2200 Hilfestellungen geleistet. Dabei kann es sich um die Behandlung von kleinen Verletzungen handeln, es kann aber auch bedeuten, dass lediglich Kopfschmerztabletten ausgegeben wurden.

Eine positive Bilanz zog auch die Polizei. Sprecher Kaldinski sagte, dass die Kriminalität stark zurückgegangen sei. So waren lediglich 15 Diebstähle angezeigt worden, davon elf Taschendiebstähle. Diese Zahl habe bei vergangenen Hurricane-Festivals bei 200 Fällen gelegen. Festivalbesucher meldeten außerdem lediglich 20 Körperverletzungen. Kaldinski: „Das ist auch schon mal die Bilanz eines mittleren Schützenfestes.“

Das Einzige, das schief gelaufen sei, so die Veranstalter, sei die Einführung neuartiger Einlassbändchen gewesen. Mit diesen hatten die Besucher sich identifizieren und außerdem auf dem Gelände bezahlen sollen. Im Vorfeld seien Probleme aufgetaucht, so Koopmanns: „Das hätte auf dem Festival Chaos gegeben.“ Die Bändchen hätten aber viele Vorteile und sollen künftig doch noch eingeführt werden.

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