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Von Regina Jerichow
Frage:
An die 100 Tänzer aus aller Welt machen sich auf den Weg nach Oldenburg. Bebt bei Ihnen schon der Fußboden?
Müller:
Noch nicht, aber wir sind natürlich voll bebender Erwartung – und stecken mitten in den Vorbereitungen. Derzeit finden fast täglich Sitzungen und Telefonkonferenzen mit Hilfe von Übersetzern statt, um mit den anreisenden Compagnien die Details zu klären. Am kompliziertesten sind dabei die Beleuchtungsfragen, weil das Licht beim Tanz eine so große Rolle spielt. Der Aufwand ist teilweise enorm. Dann geht es auch um Visa und Transfers – alles Dinge, die man auf der Bühne später nicht sieht, die aber dazugehören.
Frage:
Gibt es überhaupt noch Karten?
Müller:
Der Vorverkauf ist hervorragend angelaufen. Für das Eröffnungsgastspiel am 28. Februar mit der Compagnie Balé da Cidade de Sao Paulo aus Brasilien haben wir 639 Plätze gebucht beziehungsweise reserviert.
Frage:
Also bereits ausverkauft?
Müller:
Es gibt 640 Plätze mit guten Sichtbedingungen. Theoretisch könnten wir für das Große Haus 753 Karten verkaufen, allerdings hat man von einigen Plätzen aus nur einen eingeschränkten Blick auf die Bühne. Tatsächlich ist eine Reihe von Vorstellungen schon weitgehend ausgebucht beziehungsweise verfügt über keine guten Plätze mehr. Aber daneben haben wir noch verschiedene Produktionen im Angebot, bei denen wir noch etwas Luft haben. Zumal wir für einige Gastspiele zusätzliche Plätze eingerichtet haben – etwa für die tanzenden Derwische, bei denen man sogar auf der Bühne im Großen Haus sitzen kann.
Frage:
Es kommen Tanzcompagnien aus acht Nationen. Welche Truppe ist bisher am begehrtesten?
Müller:
Erstaunlicherweise gibt es keinen Ausreißer nach unten. Am schnellsten weg aber waren die Karten für die Compagnie aus Sao Paulo und das Gastspiel von Jan Pusch, dem künftigen Oldenburger „Choreographer in Residence“ (Hauschoreograf), in der Exerzierhalle. Da sind die Leute offenbar besonders neugierig.
Frage:
Und für welche interessieren Sie sich am meisten?
Müller:
Da wir während des Festivals zwei Premieren haben, kann ich eine Produktion vermutlich nicht sehen. Aber sonst schaue mir natürlich alle Vorstellungen an. Besonders freue ich mich auf die Kibbutz Contemporary Dance Company, weil es immer einen besonderen Zauber hat, wenn Produktionen aus Israel kommen. Und auf die tanzenden Derwische bin ich sehr gespannt, weil ich so etwas noch nie erlebt habe. Bei gutem Timing kann übrigens jeder Besucher alle Gastspiele sehen.
Frage:
Der Tanz beschäftigt Sie derzeit gleich doppelt. Wie weit sind Sie mit den Vorbereitungen für die neue Oldenburger Compagnie und die Kooperation mit Bremen?
Müller:
Da geht es auf die Zielgerade. Wir haben bereits sieben von zehn Verträgen mit Tänzern abgeschlossen. Das Bremer Theater ist ähnlich weit. Bei einem Choreografen fehlt noch der Handschlag, alle anderen sind klar. Übernächste Woche wollen wir das Programm bekannt geben, Mitte Oktober findet die erste Premiere in Oldenburg statt.