Ganderkesee - Eine kurze Sequenz offenbarte festliche, sehr bedächtige Akkorde. Dann wurde es in einer tänzerischen Manier fröhlich und leicht. Das Konzert mit einer so freien Form wie der Toccata F-Dur zu beginnen, ist ein Statement. Nicht klassisch und altbacken, sondern schwungvoll und mit neuem Wind sollen die Werke Buxtehudes daherkommen.

Das fünfte und letzte Konzert des Arp-Schnitger-Festivals im Rahmen des Musikfestes Bremen wurde am Sonntag gespielt. Es stand unter dem Motto „Ein Fest für Buxtehude“. Auf der Arp-Schnitger-Orgel in der voll besetzten Cyprian- und Corneliuskirche Ganderkesee konzertierte Francis Jacob. Zu seinem Spiel sang das Ensemble Gli Angeli Genève mit Sopranistin Aleksandra Lewandowska, Carlos Mena (Alt) und Stephan Macleod (Bass), der auch die Leitung des Abends inne hatte.

Während im zweiten Teil der Gesang präsenter war, dominierten zu Beginn die Orgelstücke. Francis Jacob zog immer wieder neue Register, um andere Klangcharaktere zum Vorschein zu bringen. Damit passte der Organist die Stimmungen den Stücken an. In der Passacaglia d-Moll wechselte Jacob zwischen bedeutungsschweren langgezogenen und zarten, umspielten Tönen und Trillern. Er stellte Principal und Flötenregister gegenüber.

In der Kantate „Mein Gemüth erfreuet sich“ konnten sich alle drei Solisten präsentieren. Sopranistin Aleksandra Lewandowska glänzte mit glasklaren Tönen und spielerischen Verzierungen. Carlos Mena bestach durch seine charakteristische Stimme, gute Artikulation und Koloraturen. Gemeinsam mit dem Sopran entstand eine Harmonie zum Dahinschmelzen. Einzig Bass Stephan Macleod war an einigen Stellen etwas zu tief und grummelig.

Wahrlich festlich mutete dieses Konzert an. Ein neuer Wind war zu spüren, jedoch eher als lauer Sommerwind denn als tosender Herbststurm. Ein sehr durchdachtes Programm. Etwas weniger Experimentierfreude wäre am Ende vielleicht mehr gewesen. Die Zuhörer waren zufrieden. Sie würdigten die Leistung der Musiker mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen.