Huntlosen - Grau in grau werden die Personen auf dem Bildschirm der neuen Wärmebildkamera der Freiwilligen Feuerwehr Huntlosen abgebildet, als Jan-Dirk Bleß vom Förderverein das Gerät auf die Feuerwehrkameraden und die Sponsoren richtet. „Kein Wunder, schließlich ist hier keiner 200 Grad heiß“, lacht Bleß. Würden sich die Menschen in dicken Rauchschwaden aufhalten, könnte man aber schon den ersten Vorteil des technischen Gerätes erkennen. „Zur Personensuche ist die Kamera hervorragend geeignet. Wo das menschliche Auge nichts mehr erkennen kann, spürt das Gerät sofort Personen auf“, erklärt der Huntloser Ortsbrandmeister Rolf Meiners, der die Anschaffung mit angeschoben hatte.
Eine Wärmebildkamera ist bei der modernen Brandbekämpfung heutzutage nicht mehr wegzudenken. Sie wird in der Regel bei Einsätzen vom ersten Trupp zur Orientierung in verrauchten Räumen genutzt. Da in der gesamten Gemeinde Großenkneten bisher nur eine einzige Wärmebildkamera zur Verfügung stand, die für Einsätze aufwendig angefordert werden musste, hatten sich die Huntloser Kameraden gemeinsam mit zahlreichen Sponsoren, der Gemeinde und dem Förderverein um die Anschaffung einer eigenen Kamera bemüht.
10 000 Euro kostet das Gerät. In den Anschaffungskosten waren drei „Heißausbildungen“ für Feuerwehrmänner enthalten, bei denen sie den Umgang mit der Kamera lernen können. „Der Förderverein stockte mit Fördergeldern die Anzahl der Ausbildungsplätze auf insgesamt neun auf“, sagt dessen Vorsitzender Lars Hildebrandt.
Zuvor hatte ein Team der Feuerwehr Huntlosen mehrere Geräte auf die Praxistauglichkeit hin überprüft. Sechs Monate dauerte das Auswahlverfahren, in dem auch Erfahrungsberichte anderer Wehren eingeholt wurden.
„Dieses Modell hat sich in der Praxis bewährt und hat sogar bereits in einigen Einsätzen die ersten guten Dienste erfüllt. Bis 200 Meter Entfernung liefert es gestochen scharfe Bilder und kann unter anderem den heißesten und kältesten Punkt eines Ortes anzeigen sowie Temperaturunterschiede genau angeben“, erklärt der neue stellvertretende Gemeindebrandmeister Rainer Hesselmann. „Damit ist die Ortsfeuerwehr Huntlosen für die nächsten 15 bis 20 Jahre bestens gerüstet.“
